Literaturverwaltung

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Aktuelles – Analysen – Austausch zu Software und Services für die persönliche Literatur- und Wissensorganisation

Literaturverwaltung kompakt 4/2013

1. Softwarenachrichten

Neues von colwiz – Partnerschaft mit der ACS und mehr

Bereits Ende März diesen Jahres verkündete das Oxforder wissenschaftliche soziale Netzwerk und Literaturverwaltungsplattform colwiz, eine Entwicklungspartnerschaft mit der American Chemical Society (ACS), welche auch ein direktes Investmentengagement einer der weltgrößten Wissenschaftsorganisationen beinhaltet. Unmittelbar danach öffnete sich colwiz der “global research community” und machte damit die Nutzung außerhalb von Großbritannien und den USA möglich. Im dazugehörigen Blogbeitrag heißt es:

Anyone can simply go to www.colwiz.com, create a free account with 2GB storage, invite colleagues and start organising their individual and collaborative research. You no longer need to wait for an invitation or an activation code.

The initial feedback from our beta community helped us bring many new features and significantly improve colwiz. We introduced cloud storage for research data and file sharing; mobile application for iPhone, iPad and Android; and significantly improved reference management and research collaboration features. Our team worked hard to create a research environment which fosters collaboration and simplifies research and we are incredibly excited to be able to share it with you today.

Colwiz positioniert sich damit als eine ernstzunehmende Alternative zu etablierten Literaturverwaltungsprogrammen und vor allem zu genuinen Forschungsnetzwerkplattformen wie ResearchGate und Academia.edu, welche weniger elaborierte Literaturverwaltungsfunktionen anbieten. Von diesem Selbstbewusstsein zeugt etwa der von colwiz angebotene Softwarevergleich “Compare colwiz” mit eben genannten Webangeboten sowie mit Mendeley, Zotero und EndNote. Wie viele Anbieter möchte colwiz Interessierte zum Wechsel vom Konkurrenz- zum eigenen Produkt motivieren und dies besonders einfach gestalten. So existiert etwa ein kurzes Video explizit zum Datenimport.

Nicht nur PDFs besser organisieren – Qiqqa v53 veröffentlicht

Ebenso bereits mehr als zwei Monate zurückliegend ist der Release der aktuellen Version v53 von Qiqqa. Diese beinhaltet neben einem Bugfix zur korrekten Zusammenarbeit mit MS Word 2013 unter anderem Verbesserungen im Umgang mit PDF-Volltexten. Bereits kurze Zeit später erschien im Forum der Website DonationCoder.com ein umfangreiches, positives Qiqqa-Review des Nutzers “IanB”. Von besonderer Bedeutung ist zudem, dass es nun endlich auch ein (na klar -  englisches) Handbuch zur Nutzung von Qiqqa gibt, offenbar keine Selbstverständlichkeit.

I, Librarian jetzt besser mit mobilen Endgeräten nutzbar

Etwas jüngeren Datums ist die Veröffentlichung der Version 2.10 von Martin Kucejs freiem  Literaturverwaltungsprogramm “I, Librarian” Anfang April:

It brings a touch-firendly version for mobile devices. Several critical bugs in the search interface of Pubmed and Pubmed Central have been fixed. If you use these repositories upgrading to 2.10 is strongly recommended.

Die Features des eher weniger bekannten Programms mit Schwerpunkt auf das Volltextmanagement gibt es selbstverständlich in einem Überblick.

Docear – neue Versionen vom WordPlugin und PDF Inspector

Auch das OpenSource- Startup Docear aus Magdeburg und Berkeley wartet mit einigen frischen Neuerungen auf. Anfang Mai wurde der PDF-Inspector zur Extraktion von Publikationstiteln aus dem Volltext in der Version 1.01 veröffentlicht. Mitte Mai folgte dann Verbesserungen am Plugin Docear4Word mit der Version 1.1 und zwei neuen Features: dem “Docear->Docear4Word”-Button und einer “suppress author“/”author-only”- Option. Einen genaueren Einblick in Konzept und Funktionalitäten von Docear4Word und PDF Inspector sowie zum “Research Paper Recommender System” von Docear bieten vor wenigen Tagen im Produktweblog veröffentlichte Preprint-Artikel, die für die ACM/IEEE Joint Conference on Digital Libraries (JCDL) 2013 in Indianapolis eingereicht wurden.

Bookends u.a. mit verbesserter CrossRef-Zusammenarbeit

Wenn man so sagen will: “Alles neu macht der Mai” hieß es es auch beim Mac-genuinen Literaturverwaltungstool Bookends mit dem Release der Version 11.3.7. In dieser ging es vor allem Änderungen bei CrossRef und Google Scholar bzgl. des DOI-gestützten Datenimports nachzuvollziehen. Zudem sind vor allem be- bzw. erkannte Bugs bereinigt worden.

Papers2 for Mac Version 2.6 mit erweiterter CSL-Unterstützung

Fast genau einen Monat nach dem Release von Papers 2.5, der im letzten “Kompakt-Post” Thema war, legt Mekentosj die Version 2.6 nach. Den Release Notes ist zu entnehmen , dass abgesehen von zahlreichen Bugfixes, die Citation Style Language (CSL) die Hauptmotivation für das Update war. Es wird nun eine (deaktivierbare) Option zum automatischen Download von CSL-Styles angeboten – unter der Ausweitung des Angebots nutzbarer Zitierstile, insbesondere von Journalen der Verlage Elsevier und Taylor & Francis. (Zur Erinnerung: Da die CSL-Bibliothek Open Source ist gilt das Faktum der Nutzbarkeit tausender Zitierstile per se für alle Programme, welche die CSL verwenden bzw. unterstützen. Das werden immer mehr.)

Zotero noch besser und flexibler nutzen – RTF/ODF-Scan und Zotero Reader

Für Zotero gibt es neue ThirdParty-Projekte:

Unter dem Motto “Bringing Zotero Citations to a Word Processor Near You” wurde Anfang Mai das AddOn “RTF/ODF-Scan for Zotero” aus der Taufe gehoben:

RTF/ODF-Scan for Zotero is an add-on for the Zotero reference manager software that allows users to insert citation markers into any document saved as .odt (e.g. by software such as google docs or Scrivener) and then convert those into active Zotero citations. It requires Zotero, LibreOffice and the Zotero LibreOffice plugin.

Sebastian Karcher alias “adamsmith” ist neben Frank Bennet einer der beiden Köpfe hinter dem Projekt, welches er zudem in seinem Weblog “The Zoteroist” illustriert mit vielen Screenshots genauer vorstellt.

Der Zotero Reader soll eine App zur (passiven) Nutzung des Literaturverwaltungstools vor allem aber nicht nur auf Android-Geräten werden. Es gibt bereits eine Webdemo und eine Videotour zum Produkt, für die Entwicklung werden in einem Fundraising-Aufruf Spenden gesammelt.

Zur Erinnerung: In der Zotero-Dokumentation werden die soweit bekannten die ThirdParty-Plugins und mobilen Tools überblicksartig gelistet.

EndNote X7 für Windows veröffentlicht

Thomson Reuters hat es bereits letzte Woche angekündigt, zu Beginn dieser Woche realisiert die Veröffentlichung von EndNote X7 für Windows. (Wann es für Mac die Version nachgezogen wird ist unklar). Die offizielle EndNote-Website bietet allerhand Informationen zur Funktionalität des Produkts an sich. Einen einfacheren und schnelleren Überblick zu den Neuerungen ist jedoch auf den Webseiten der Vertriebsfirma Adept Scientific aufzufinden. Dazu zählen: “PDF Importing, Cite in Microsoft PowerPoint (only available on Windows), Category Bibliography in Cite While You Write, New Reference Types, Customisable Display, Shared Group Indicator, Improved Quick Search, Background EndNoteSync, Dual Platform Usage”. (zur deutschsprachigen Seite) Ferner kann man sich beispielsweise anhand eines vom Produktsupport erstellten offiziellen Videos einen audiovisuellen Überblick zu EndNote X7 verschaffen sowie anhand eines “Comparison Flyers” die Entwicklung von der Version X4 zur nun aktuellen nachvollziehen.

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Neuer Titel, neue Möglichkeiten – “Literaturverwaltung & Bibliotheken” heißt nun “Literaturverwaltung”

Vor nun mehr als zwei Jahren, am 10. Januar 2011, ging dieses Weblog als Kern einer zentralen Informations- und Austauschplattform zum Thema Literaturverwaltung mit dem initiierenden Post “Literaturverwaltung & Bibliotheken” – Auf geht’s!!!” an den Start. Bis heute sind fast 100 Beiträgen entstanden, dazu mehr als doppelt so viele Kommentaren geschrieben worden. Dazu kommen bereits von Beginn an existierende, fortaufend gepflegte oder auch neu entstandene  Informationsangebote, wie die Übersicht von Softwarevergleichen, die Google Maps-Servicekarte mit Ansprechpartnern, News- und Kommunikationsaggregationen via Netvibes, die mit Mendeley erstellte Bibliographie “Reference Menagement” und mehr.

An den im ersten Blogbeitrag formulierten Einsichten und Ansprüchen, die mit der Gründung der Webplattform verbunden waren, hat sich bis heute nichts geändert:

Aus der Erkenntnis heraus, dass bibliothekarische Kooperation zur Intensivierung der Aktivitäten auf dem Gebiet der (Dienstleistungen für) Literaturverwaltung sinnvoll wie zukunftsweisend jedoch noch unzureichend realisiert sind, wurde diese Plattform als zentrales Portal zur Information und Austausch zwischen bibliothekarischen Informationsdienstleistern aus der Taufe gehoben. Sie bietet den Einstieg bzw. den Ausgangspunkt sich mit den verschiedensten Informationsressourcen zum Thema zu beschäftigen und diese gleichermaßen mitzugestalten. Insofern steht sie für Interessierte offen, aktiv Nachrichten- und Diskussionsinhalte beizutragen.

“Literaturverwaltung & Bibliotheken” hat jedoch eine inhaltliche Entwicklung genommen, so dass diese unlängst weit mehr ist als programmatisch “Wissenspool und Austauschplattform für Bibliotheksservices im Bereich Literaturverwaltung” und faktisch wie nebenbei nicht nur Bibliothekare und Bibliothekarinnen anspricht, sondern ebenso von (potentiellen) Anwendwenderinnen und Anwender jeglicher Coleur oder auch von Softwareanbietern selbst konsultiert wird. So ist es nur konsequent, den Titel diese Webangebots inkl. der deutlichen Ansprache eines größeren, interessierten Publikums breiter zu fassen. So heißt die Plattform ab sofort:

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Literaturverwaltung kompakt 3/2013

1. Softwarenachrichten

Der letzte Überblick zu den News auf dem Literaturverwaltungsmarkt liegt bereits zwei Monate zurück. Inzwischen hat sich bei richtig vielen Produkten so einiges getan. Hier seien zunächst lediglich die aktuellen Neueungen der populärsten Tools vorgestellt. Weitere News zu colwiz, Qiqqa & Co. sind auf den nächsten “Kompakt-Post” vertagt …

Mendeley und Elsevier

In Bestätigung bereits seit Monaten schwelender Gerüchte, hat der am 9. April offiziell verkündete  “Join” von Mendeley in die Elsevier-Verlagsgruppe auf dem Softwaremarkt der Literaturverwaltung in letzter Zeit das wohl größte Aufsehen und nicht zuletzt die Gemüter erregt.  Bereits an dieser Stelle wurde das Thema ausführlicher behandelt. Ergänzend zu den dort erwähnten Diskussionsbeiträgen, seien zwei Statements erwähnt. Jason Hoyt, ehemaliges Mitglied des Mendeley Teams und Gründer von PeerJ, hat sich in seinem persönlichen Weblog  mit beunruhigten Gedanken zur Übernahme mit Blick auf Open Access bzw. Open Science geäußert. Diesem und vielen anderen kritischen Stimmen gegenüber steht die offizielle Stellungnahme von Mendeley-Mitbegründer und CEO, Victor Henning, der sich nach einigen Tagen zur Diskussion äußerte und darin unter anderem den Fortbestand von Mendeleys Open API und den verantwortungsvollen, fairen Umgang mit den Nutzerdaten bekräftigte. (Vgl. zur Sicht von Henning u.a. auch das Interview mit dem Sheffielder Informationsspezialisten Andy Tattersall) Inwiefern sich die Übernahme tatsächlich mittel- und langfristig auswirkt, bleibt abzuwarten. Kurzfristig bzw. umgehend gab es jedenfalls für Mendeley-Anwender ein Geschenk in Form einer deutlichen Ausweitung des verfügbaren Speichervolumens für Volltexte. Gleichwohl wurde in der Community intensiv die Abkehr von Mendeley in Verbindung mit der Suche nach Alternativen diskutiert. Und die Konkurrenten bringen sich selbst in Position…

Zotero in vierter Version erschienen

Als (Open Source-)Alternative zu Mendeley wurde etwa häufig Zotero genannt, dessen neueste Version 4.0 am 11. April veröffentlicht und im offiziellen Weblog  mit den wichtigsten Neuerungen – kurz vorgestellt wurde:

  • automatisierte Unterstützung in der Nutzung von offiziellen Journalabkürzungen;
  • Möglichkeit der Vergabe von Tagfarben;
  • Datei-Synchronisation on Demand;
  • automatisierte Zitierstil-Updates sowie
  • Ausweitungen der Informationsanzeige beim Import von Titeldaten.

Im Changelog sind alle Neuerungen, Änderungen und Bugfixes im Detail aufgeführt. Besonders erwähnenswert ist jedoch die mit der neuen Zotero-Version in Zusammenhang stehenden Einrichtung des Weblogs ” The Zoteroist. Using and developing Zotero” vom unabhängigen Zotero-Trainers und -Entwicklers Sebastian Karcher, alias “adamsmith”. In den ersten beiden Beiträgen (What’s New in Zotero – Part 1What’s New in Zotero 4.0 – Part 2) erläutert er den Versionssprung etwas ausführlicher. Ferner finden sich u.a. auch von ihm aktuelle Hinweise im Zotero Forum zur Übernahme von Daten aus Mendeley in Zotero, etwa jüngst in diesem Thread.

EndNote in Basic Version kostenfrei nutzbar

Auch Thomson Reuters hat ein neues Literaturverwaltungsangebot auf den Markt gebracht und positioniert sich damit neuerdings auf dem Sektor der kostenlos nutzbaren Tools: EndNote Basic bietet u.a. die Möglichkeit mit 2 GB Speicher für Volltexte  in der Hinterhand bis zu 50.000 Literaturangaben zu speichern. Faktisch ist EndNote Basic, eine grundlegende Einführung bietet etwa dieses offizielle Youtube-Video vom Support, eine Umwidmung des Dienstes EndNote Web, welches bis zur Einführung der Synchronisationsfunktion lange Zeit separat vom etabliertten Desktop-Pendant zu nutzen war. Inzwischen hat sich Thomson Reuters offensichtlich begrifflich von der Trennung in EndNote (Desktop) und EndNote Web verabschiedet und vermarktet das kostenpflichtige Einzelplatz-Produkt mit Sync-Features spätestens seit der Einführung der iPad-App unter einem Namen: EndNote.

Citavi 4 erschienen

Nach einer ausgiebigen Preview- und Betaphase hat am 29. April Swiss Academic Software bzw. Citavi in der Versionierung mit Zotero gleichgezogen und die vierte Ausgabe der populären Software zur Literaturverwaltung und Wissensorganisation veröffentlicht. Auf dieser Seite werden insbesondere folgende essentiellen Neuerungen vorgestellt:

  • Word-Add-In zum Einfügen von Verweisen und Zitaten
  • Picker für Google Chrome
  • Anpassung an höhere Bildschirmauflösungen
  • Erweiterter Zitationsstil-Editor
  • Zusätzliche Benuteroberflächen auf Spanisch und Portugiesisch

Für den Umstieg auf bzw. Einstieg in Citavi 4 wurde in der Knowledge Base zudem ein umfangreicher FAQ-Bereich eingerichtet sowie das Handbuch entsprechend versionsbezogen umgeschrieben / ergänzt. Im FAQ findet sich u.a. der Hinweis inkl. Erklärung, dass die neue Version NICHT unter Windows XP lauffähig ist! Daher ist es erwähnenswert, dass es auch für Citavi 3.4 Bugfixes gibt. Anfang April erschien Citavi 3.4.1 als Beta-Version.

RefWorks mit neuer Plattform: Flow

Proquest will der innovativen (Startup)-Konkurrenz nicht nachstehen und beteiligt sich im Release-Reigen, indem in einer euphorischen Pressemeldung vom 11. April eine neue Plattform zur (kollaborativen) Organisation von Literaturnachweisen und aktiver Arbeit mit (PDF-)Volltexten vorgestellt wurde: RefWorks Flow. Über den Support Center-Eintrag “Move your existing references into Flow” wird deutlich, dass Flow (noch) separat vom klassischen RefWorks-Angebot betrieben wird. Undurchsichtig bzw. nicht an einer sichtbaren Stelle beantwortet ist allerdings die Kostenfrage – sowohl für individuelle Nutzer als auch hinsichtlich der Option für Institutionen…

PDF-Annotationen und mehr: neue Versionen von Papers für Mac & Windows

Bereits im März haben die Macher von Papers, die Einspeisung von über 1350 Zitierstilen, hauptsächlich von Journalen des Eignerverlags Springer, in die offene Zitierstilbibliothek Citation Style Language (CSL) publik gemacht. Mitte April wurden dann neue Versionen von Papers sowohl für Mac (Release Notes 2.5) als auch für Windows (Release Notes 1.1.6) herausgebracht. Neben zahlreichen Bugfixes und Performanceoptimierungen, ging es insbesondere um Verbesserungen bei den Funktionen zur Volltext- bzw. PDF-annotierungen (Mac) bzw. deren prinzipieller Einführung in der Windows-Variante. Für letztere wurde  u.a. umgehend ein Video auf Youtube bereitgestellt, in welchem der “full annotations support” einführend erklärt wird.

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Breit und intensiv diskutiert – das Thema Literaturverwaltung beim BibCamp 6 in Nürnberg [Teil 2]

Seit dem ersten Teil der literaturverwaltungsbezogenen Unkonferenz-Nachlese zum BibCamp 6 in Nürnberg ist bereits über eine Woche vergangen. Höchste Zeit also, den Faden aufzunehmen und den abschließenden Teil zu präsentieren. Ehe es zum Rückblick auf den zweiten Veranstaltungstag kommt, sei vor allem der inzwischen zur Session “Citavi-Schulungen” erschienene, ausführliche Bericht von Sandrad Dahlhoff (UB Lüneburg) in ihrem persönlichen Weblog “Blick Bibliothek” hervorgehoben. Dieser geht deutlich über die im BibCamp-Wiki befindliche Sessiondokumentation hinaus. Danke dafür! Am Samstag wurde das Thema (bibliothekarische Dienstleistungen für) Literaturverwaltung sowohl  allgemeiner bzw. breiter als auch spezifischer akzentuiert.  Und zwar so:

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“Mendelsevier” – “Mendelete” …? Erklärungen, Reaktionen, Konsequenzen in Sachen Mendeley und Elsevier

Die Gerüchte zu einer millionenschweren Übernahme des Desktop- und Webdienst kombinierenden Literaturverwaltungstools, wissenschaftlichen sozialen Netzwerks und gleichnamigen Londoner Startups Mendeley durch den Verlag Elsevier bzw. der Verlagsgruppe Reed Elsevier schwelten bereits einige Monate. Dies geschah nicht zuletzt in Verbindung mit der Nachricht des – inzwischen vor faktisch genau einem Monat vollzogenem – Abschaltens von Connotea  (vgl.  hierzu den Blogbeitrag “Unruhe auf dem Literaturverwaltungsmarkt – Connotea vor dem Aus”. – Achtung: der Datenexport ist nur noch bis zum 16. April möglich!)  So berichtete unter anderem die Autorin Ingrid Lundgren auf  TechCrunch am 17. Januar in einem – vor allem in den einschlägigen Sozialen Netzwerken, Twitter und Facebook – vielzitierten Beitrag über einen bevorstehenden Kauf. Einen Tag später nahm etwa Sean Takats, einem der Haupt-Entwickler von Zotero, die Nachricht zum Anlass, in seinem Weblog “The Quintessence of Ham” bemerkenswerte persönliche Gedanken zur Ökonomie von Literaturverwaltung(ssoftware) zu veröffentlichen. Das Freemium-Geschäftsmodell von Mendeley ist seit jeher existent und wurde sukzessive durch das kostenpflichtige Team Plans und insbesondere mit dem Angebot der Institutional Edition in Kooperation mit der großen Bibliotheks- und Verlagssservice-Firma Swets ergänzt. Andere Anbieter bzw. Software, allen voran Thomson Reuters EndNote, ProQuests RefWorks, Papers (Springer) oder auch Newcomer wie Labtivas Readcube (u.a. Partnerschaften mit Nature und Wiley& Sons), agieren ähnlich organisationell eingebunden – zumeist waren und sind diese Tools im Vergleich zu Mendeley jedoch nicht grundsätzlich kostenfrei zu benutzen…

Vor wenigen Tagen nun, am 9. April, wurden die “rumours” – manifestiert sowohl durch eine Pressemitteilung seitens Elsevier, aber vor allem durch Mendeley selbst zur offiziellen Wahrheit: “Team Mendeley is joining Elsevier; versehen mit dem Titelzusatz im Post des Mendeley-Weblogs: “Good things are about to happen!” und mit einer vergleichsweise ausführlichen Stellungnahme zu den Motivationen und Hintergründen dieses Schrittes aus Sicht von Mendeley inkl. der Beschreibung bereits erfolgter Zusammenarbeit – etwa bzgl. des – seit 2011 nicht mehr existierenden – Social Bookmarking Dienstes 2collab. In Bewusstsein der bereits beschriebenen Gerüchte und die in der Tendenz mehrheitlich ablehnenden und besorgten Reaktionen, nicht zuletzt in Kenntnis des – vereinfacht formuliert – in der Wissenschaftswelt stark umstrittenen Rufes von Elsevier (Stichwort: Elsevier-Boykott) veröffentlichte Mendeley zudem umgehend eine Übersicht der aus ihrer Perspektive wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema  und legt naturgemäß die Vorteile der Integration in den Verlagskonzern dar, vor allem in Beteuerung der Wahrung und Ausbau der eigenen Innovationskraft, Eigenständigkeit,  technischen Offenheit – Stichwort OpenAPI sowie der Berücksichtigung von Prinzipien des Open Access. Es wird in dem Statement  u.a. die grundsätzliche, auch zukünftige  in der “Earth Version” bestehende kostenlose Nutzbarkeit von Mendeley bekräftigt, verbunden mit dem Geschenk der sofortigen Verdopplung des Speicherplatzes von 1 auf 2 GB. Außerdem werden bessere Interoperariblität zu den Elsevier-eigenen Datenbanken (SciVerse, Scopus, Science Direct etc.) und vor allem der faire Umgang mit den Nutzer- und Nutzungsdaten bekräftigt. (“You still own your data and can delete it at any point in time.”)

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Das Thema Literaturverwaltung auf dem BID-Kongress 2013 in Leipzig – Teil 2

Wie in Teil 1 der Programmauslese zum diesjährigen Bibliothekskongress in Sachen Literaturverwaltung angekündigt, folgt nun – allerhöchste Zeit – der zweite Streich. Ohne viele Worte zu machen, steigen wir gleich ein.

Tag 3 – Mittwoch, 13.03.2013

Im offiziellen Programm des Vormittags habe ich fast keine stichhaltig nachvollziehbaren thematischen Anknüpfungspunkte entdecken können.  Allenfalls die Session “Management und Nutzung von E-Books” könnte insofern eine Option sein, dass darin möglicherweise die Verbindung von elektronischen Büchern und Literaturverwaltungstools hinsichtlich von Volltextmanagementoptionen thematisiert werden.

So wäre es eine Idee, sofern man es nicht bereits getan hat, die Zeit für einen ausgiebigen  Besuch der Ausstellungsstände der anwesenden Entwickler- und Vertriebsfirmen von Literaturverwaltungsprogrammen zu nutzen, um sich über Neuigkeiten zu informieren und auszutauschen. Äquivalent zum Bibliothekartag in Hamburg letztes Jahr,  sind die großen, üblichen Verdächtigen der Branche vertreten: Wer sich für EndNote begeistert und u.a. mehr mehr über die neu erschienene iPad-App erfahren möchte, geht am besten zu Adept Scientific  an den Stand CCL0-B04. Das “Mutterschiff” der im STM-Bereich weit verbreiten Software ist freilich Thomson Reuters (CCL+1-+18), an dessen Stand sicherlich die RefScan-App Thema ist. Bei Swiss Academic Software  (CCL0-D14) ist man goldrichtig, wenn man über den Entwicklungsstand von und den zu erwartenden, neuen Funktionen in  Citavi 4 über die bereits veröffentlichten Prewiews hinaus informiert werden möchte. Mit Proquests RefWorks-COS (CCL0-C01) gäbe es etwa Chancen zu Gesprächen und Hintergrundinformationen zur neuen Version von Wirite-N-Cite. Und schließlich Swets: Was gibt es neues von der Mendeley Institutional Edition? Firmenvorträge: Es werden  bestimmt mehr angeboten und vor Ort bzw. direkt am Stand angekündigt .  Was ich im im Online-Programm einzig entdecken konnte, ist um 12:15 Uhr der Beitrag von Kat Baier zu “Introducing Refworks flow: A new cloud-based environment that supports research management and collaboration“.

Ab 13:30 Uhr ist meines Erachtens am ehesten ein Besuch der Session “Hin zum Kunden – Nutzungsorientierte Dienstleistungen“, in der es in den Beiträgen  insbesondere um Discovery Services, E-Books und Mobile (Recherche-)Dienste Erwartungen weckend, dass Literaturverwaltung dort zur Sprache kommt. Verwundern würde es jedenfalls , wenn der Aspekt im letzten Programmblock des Tages nicht in der Session “Wissen im digitalen Zeitalter”, namentlich nicht im Beitrag von Gregor Horstkemper (BSB München) um etwa 17 Uhr mit dem Titel “Augenhöhe in Sichtweite. Neue Perspektiven für wissenschaftliche Bibliotheken im Forschungsprozess” und einem – angesichts des darin aufgefächerten Servicespektrum – noch neugieriger machenden Abstract, gwürdigt wird.

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Das Thema Literaturverwaltung auf dem BID-Kongress 2013 in Leipzig – Teil 1

Messe Leipzig

Messe Leipzig (Foto: Wikimedia Commons)

Morgen beginnt unter dem Motto “Wissenswelten neu gestalten” die nunmehr fünfte Auflage vom Kongress Bibliothek & Information Deutschland in Leipzig. Vom 11.-14. März treffen sich im Congress Center der Leipziger Messe mehrere tausend Bibliotheks- und Informationswesen zum wohl wichtigsten Branchentermin diesen Jahres, der ein sehr umfangreiches und vielfältiges Programm bereithält. Es ist noch nicht zu spät, äquivalent zu den Blogposts für die Bibliothekartage der vergangenen beiden Jahre in Hamburg und Berlin, die Konferenzveranstaltungen, Beiträge und (Firmen-)Angebote zusammenzutragen, die dem Themenkreis Literaturverwaltung und eng damit zusammenhängenden Gebieten gewidmet sind. Leider kann ich selbst diesmal nicht beim Kongress dabei sein um mir die hier herausgepickten Rosinenstücke selbst zu verputzen. Aber zum Glück gibt es ja im Nachhinein die Folien-Uploads auf den OPUS-Server des Berufsverbands BIB und individuelle Kontaktaufnahme über div. Kommunikationskanäle… Allen die dort sind wünsche ich nichtdestotrotz vor Ort anregehnde Vorträge und Gespräche rund um Literaturverwaltung! Auf geht’s mit den ersten beiden Kongresstagen Montag und Dienstag! Mittwoch und Donnerstag sowie ein Blick in Firmenaustellungen und -vorträge folgen rechtzeitig im zweiten Teil.

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Literaturverwaltung kompakt 2/2013

1. Softwarenachrichten

Apps aus dem Hause Thomson Reuters

Unter dem Motto “Scan, search, and save scholarly literature on the go with the free Thomson Reuters Refscan App!” hat der amerikanische Medienkonzern kürzlich ein Tool für mobile Mac-Devices herausgebracht. Es ermöglicht unter anderem die Recherche im Web of Knowledge und die Speicherung von Referenzen in EndNote Web.

Faktisch gleichzeitig wurde Anfang Februar mit einer ausführlichen  Presseerklärung die offizielle iPad-App für EndNote vorgestellt. Unter anderem können Bearbeitungen durch EndNoteSync mit der Desktop-Variante sowie mit EndNote Web abgeglichen werden. Außerdem wird Dropbox für die Dateiablage offiziell unterstützt.

Neues Write-N-Cite für RefWorks veröffentlicht

Zunächst für die Arbeit unter Windows wurde eine eine neue Version des RefWorks-Tools Write-N-Cite zur Zusammenarbeit mit Textverarbeitungsprogrammen aufgelegt. Das Update, das jedoch noch nicht mit dem neuesten MS Office 2013 korrespondiert, umfasst unter anderem “Re-sizing of the WNC window; Correction of a spacing issue at the end of sentence when inserting new citation with two or more authors; Automatic detection and installation of Java; Offline access working properly”. Passend dazu wurde außerdem eine überarbeitete Version des “Write-N-Cite Quick Start Guide” veröffentlicht.

ReadCube Web Reader nun für Wiley-Publikationen nutzbar

Labtiva, die Firma hinter dem Literaturverwaltungstool ReadCube, baut neben den Partnerschaften mit Nature und Frontiers in Verkündigung der Zusammenarbeit mit John Wiley & Sons, Inc. ihre Verlagskooperationen aus. Seit dem 6. Februar ist es möglich den ReadCube Web Reader in der Wiley Online Library und damit erweiterte Optionen des Volltext- und Metadatenhandlings zu nutzen:

PDFs read using the ReadCube Web Reader feature hyperlinked in-line citations, annotations, clickable author names, and direct access to supplemental content, making it easier for researchers to discover, access and interact with scientific literature.

ResearchGate führt Zitationsmonitoring ein

Mit dem Feature “Citations” fügt das wissenschaftliche soziale Netzwerk ResearchGate der plattformeigenen Reputationsmetrik “RG Score” einen weiteren Faktor hinzu. Nun ist es möglich die verwendeten Referenzen aus den eigenen Publikationen sowie die Zitationen dieser explizit darzustellen und Benachrichtigungen über Zitationen zu bekommen. Das funktioniert freilich ausschließlich innerhalb der Community.

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Geprüft und erweitert – die Übersicht der Softwarevergleiche

Unsere Zusammenstellung verschiedenster Vergleichsangebote für Literaturverwaltungssoftware ist der mit Abstand populärste Bereich dieser Webplattform. Es war unlängst nötig diesen grundlegend zu aktualisieren, vor allem zu ergänzen. Das ist nun endlich geschehen. Mit Ausnahme von Vergleichen von Softwareentwicklern finden sich in allen Kategorien weitere, empfehlenswerte Einschätzungen zu den verschiedensten Tools in Berücksichtigung unterschiedlichster, vor allem funktionaler, Kriterien. Neuere Vergleiche zeichnen sich dadurch aus, dass diese verstärkt das Volltextmanagement sowie die Arbeit auf mobilen Systemen in den Blick nehmen.  An dieser Stelle sei außerdem besonders auf die Angebote hingewiesen, welche nicht oder nicht nur die üblichen, populären Programme – das sind vor allem Citavi, EndNote / EndNote Web, Mendeley, RefWorks und Zotero – berücksichtigen. So konzentriert sich Macademise beispielsweise auf die Mac-Tools Bookends und Sente. Die Bodleian Libraries der University of Oxford beziehen in ihrer Gegenüberstellung etwa auch colwiz mit ein, eine webbasierte Literaturverwaltungs- und wissenschaftliche Kollaborationsplattform, welche bis dato sonst in keinem (bekannten) Vergleich zu finden ist.

Matti Stöhr

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  • Compare colwiz
    colwiz vergleicht sich mit den Konkurrenten - neben Zotero, EndNote und Mendeley auch mit ResearchGate und Academia.edu
  • RefWorks, Mendeley & Zotero — A Three-Way Comparison (HLWIKI Canada)
    Mendeley, Zotero oder doch RefWorks? Ein aktualisierter Softwarevergleich im HLWIKI Canada.
  • RefWorks Community - RSS-Feeds
    Mit RefWorks kann man RSS-Feeds organisieren. Wie das geht? Kurzbeschreibung in der Support-Community.
  • EndNote-Versionsvergleich
    Dieer spezielle Versionsvergleich bietet eine Übersicht zur funktionalen Entwicklung von EndNote X4 bis X7
  • RTF/ODF-Scan for Zotero
    "RTF/ODF-Scan for Zotero is an add-on for the Zotero reference manager software that allows users to insert citation markers into any document saved as .odt (e.g. by software such as google docs or Scrivener) and then convert those into active Zotero citations. It requires Zotero, LibreOffice and the Zotero LibreOffice plugin."

RSS Neue Literatur

  • Usage of Reference Management Software at the University of Torino
  • How to Select Bibliographic Management Software : A Guide for Librarians, Information Professionals, and Scientists
  • Head Start : Improving Academic Literature Search with Overview Visualizations based on Readership Statistics
  • Defining "Good" and Building "Better" Social Catalogues? Framework for Measuring and Improving the Quality of Research Literature Catalogues
  • On generating large-scale ground truth datasets for the deduplication of bibliographic records
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