Literaturverwaltung

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Aktuelles – Analysen – Austausch zu Software und Services für die persönliche Literatur- und Wissensorganisation

Was leistet Bibliographix? Olaf Winkelhake über seine Literatur- und Ideenverwaltungssoftware

Schon länger und kontinuierlich gibt es bei Mac-Usern regelmäßig enttäuschte Minen: Für Citavi, welches vor allem aufgrund des Moduls zur Wissensorganisation geschätzt wird, gibt es keine eigene Version für Apfelrechner. Das Programm kann auf diesen allenfalls virtualisiert eingesetzt werden. Dies ist jedoch nicht immer zufriedenstellend lauffähig, besonders bei älteren Geräten. Ferner: man kann oder möchte keine virtuelle Umgebung via Parallels & Co. einrichten. Es gibt (noch) kein Vergleichsprodukt, das mit ähnlich elaborierten Funktionen zur Verwaltung von Zitaten  unterschiedlichen Typs aufwartet. Nimmt man diese zum Maßstab, gestaltet sich die Suche nach Alternativen nicht ganz einfach. Freilich gibt es einige genuin auf Macs installier- und nutzbare Applikationen, welche klassische Literaturverwaltungsfunktionen und Features zum Wissensmanagement ebenso zusammenbringen. Diese sind jedoch oft recht frisch auf dem Markt oder deutlich weniger respektive kaum bekannt. Docear etwa wurde an dieser Stelle aus der Anbieterperspektive bereits ausführlich vorgestellt. Olaf Winkelhake, der Mastermind hinter dem schon viele Jahre existierenden und inzwischen kostenfrei nutzbaren Programm Bibliographix, setzt die Reihe von „Entwicklerstories“ mit einem extra für dieses Weblog verfassten Gastbeitrag fort. Das Desktopprodukt wird von Winkelhake seit  Mitte Dezember vergangenen Jahres für die drei „großen“ Betriebssysteme (Win / MacOS / Linux)  angeboten – vgl. auch die Kurzmeldung in den letzten Softwarenachrichten von „Literaturverwaltung kompakt.  Bibliographix ist – je nach persönlichen funktionalen Anforderungen und Vorlieben – mit seinem integrierten Ideenmanager eine mögliche Option für den Citavi-Ersatz. (Matti Stöhr)

Bibliographix – ein Werkstattbericht

von Olaf Winkelhake

Matti Stöhr hat mich gefragt, ob ich nicht einen Werkstattbericht über Bibliographix geben möchte, was ich natürlich gern tue. Jetzt lesen Sie an dieser Stelle etwas über ein Programm, von dem Sie vielleicht noch nie etwas gehört haben.

Bibliographix gibt es schon ziemlich lange. Anfang der 1990er Jahre habe ich den Ur-Urgroßvater der heutigen Version für meine VWL-Dissertation entwickelt, weil es damals schlicht und einfach nichts gab, das unter Windows lief. In „The Cathedral and the Bazaar“ von Eric Raymond findet sich ein, wie ich finde, sehr passender Satz: „Every good work of software starts by scratching a developer’s personal itch.“ Genauso war es. Zumindest hat es damals schlimm gejuckt.

Was ist nun die besondere Idee bei Bibliographix?

Die Ausgangsüberlegung: Integration von Ideenmanager und Literaturverwaltung

Meine Ausgangsüberlegung ist, dass am Ende des ganzen Jagens, Sammelns und Verwaltens von Literatur ein eigener wissenschaftlicher Text stehen soll, in den die relevante Literatur eingearbeitet ist. Das ist aber nur die halbe Miete. Eher weniger. Wenn ich, in meiner Funktion als Hochschullehrer, eine Seminararbeit oder Thesis begutachte, besteht für mich der Unterschied zwischen einer „soliden“ und einer „hervorragenden“ Arbeit darin, wie viel kreative eigene Ideen in dem Text stecken.

schema arbeitsprozess

Man kann nun die Sichtweise vertreten, dass diese kreative Eigenleistung etwas ist, was mit Literaturverwaltung nichts zu tun hat. Nicht, weil das nicht wichtig ist, sondern weil das zwei verschiedene Baustellen sind. Eine Literaturverwaltung soll Literatur verwalten. Punkt. Man organisiert dann seinen Literaturfundus mit der Software A und seine Ideen irgendwie anders. Mit einer Software B, einem physischen Zettelkasten oder einem (hoffentlich) guten Gedächtnis.

Das kann man aber auch anders sehen, denn wenn man Literaturverwaltung und Ideenmanagement unter ein Dach packt, sind viele Dinge viel einfacher als bei der zwei-Baustellen-Lösung.

Genau an dieser Stelle liegt m.E. der Grund für die große Vielfalt an Softwarelösungen, die es inzwischen gibt. Hinter jeder Software, die versucht, Literaturverwaltung und Ideenmanagement irgendwie zusammenzufassen, steckt mehr oder weniger bewusst und offen ein Modell von Kreativität. Man muss ja eine Vorstellung davon haben wie „Ideen haben“ geht, damit man den Nutzer beim „Ideen haben“ unterstützen kann. Weil es aber keine einheitliche Vorgehensweise bei „Ideen haben“ gibt, sehen die Lösungen auch so unterschiedlich aus.

Das Bibliographix-Kreativitätsmodell

Wie sieht nun das Kreativitätsmodell von Bibliographix aus? Ich möchte dieses Modell auf folgende Punkte zusammendampfen.

  1. Ideen entstehen in der Auseinandersetzung mit der eigenen Lektüre und anderen eigenen Ideen. Daher sind Querverweise zwischen Ideen und Lektüre ganz zentral.
  2. Ideen entstehen nicht in geordneten, linearen Denkprozessen, sondern eher chaotisch.
  3. Der Aufwand, Ideen festzuhalten, muss möglichst gering sein, um den Kreativitätsprozess möglichst wenig zu stören.
  4. Strukturen und Gliederungen kommen irgendwann später.

Wenn Sie sich in diesem Kreativitätsmodell wiedererkennen, dann ist Ihr größtes Problem das spätere Wiederfinden der Geistesblitze. Daher gibt es in Bibliographix auch spezielle Funktionen, die genau auf dieses Problem zugeschnitten sind. Natürlich bietet Bibliographix eine Volltextsuche an, aber wenn man gar nicht genau weiß, wonach man sucht, ist man mit der klassischen UND/ODER/NICHT Suchfunktion vielleicht untermotorisiert.

Bibliographix folgt hier einer Hänsel-und-Gretel-Logik: Man wird sich später nur dann wieder orientieren können, wenn man vorher Brotkrümel ausgestreut hat. Die Software bietet zwei Sorten von Brotkrümeln: Querverweise und Schlagwörter.

Bibliographix - Konzept

Die Drill Down Suche

Die Drill-Down Suchfunktion bietet einen Überblick, welche Schlagwörter wie häufig vorkommen. Irgendwo im Volltext eines Datensatzes. So weiß man vorher, wie viele Treffer man haben wird.

Bibliographix - Drill Down-Suche

Wenn man nun einen der Begriffe auswählt, werden nicht nur alle Treffer angezeigt, sondern die Häufigkeitsverteilung für die Treffermenge „on the fly“ neu berechnet. Man muss also bei einer weiteren Eingrenzung der Suchanfrage keine Schlagwörter ausprobieren und durchvariieren. Man kennt das Ergebnis schon vorher.

Die Vorschlagsfunktion

Bibliographix - Vorschlagsfunktion

Als Nebenprodukt der Verschlagwortungsfunktion bietet Bibliographix die Möglichkeit, sich zu einer Idee ähnlich verschlagwortete Ideen anzeigen zu lassen. Relativ häufig tun sich da spannende Verbindungen auf.

Mindmap

Eine weitere Möglichkeit, sich erfolgreich durch den chaotischen Ideenhaufen durchzuarbeiten ist die Mindmap-Funktion, die auf den Querverweisen aufbaut.

Bibliographix - Mindmapfunktion

Diese Mindmaps sind klickbar, d.h. wenn Sie einen Verweis anklicken, rückt dieser Verweis (und seine Verweise erster und zweiter Ordnung) in den Mittelpunkt.

Literaturanhänge

Als Endergebnis steht bei Bibliographix irgendwann die eigene Thesis, Dissertation, Habil. oder ein weiterer Eintrag auf der immer länger werdenden Publikationsliste.

Bei der Formatierung des Literaturanhangs hält die Software den Ball relativ flach, wie der folgende Screenshot zeigt. Mehr muss (und kann) man da nicht einstellen.

Bibliographix - Zitierstileinstellung

Warum so spartanisch? Es gibt eine Handvoll Zitierrichtlinien-Standards. Wenn man die verwenden kann, ist man fein raus. Wenn nicht, wird man sich seine Richtlinie selbst zusammenklicken müssen. Da hilft es nichts, wenn die Literaturverwaltung ein paar tausend Richtlinien fertig mitliefert. Die, die man braucht, ist ziemlich sicher nicht dabei. Wenn man nun den Anspruch hat, mit einem Klick ein 99% perfektes Literaturverzeichnis erstellen zu können, ist das Erstellen oder Anpassen einer Richtlinie eine ziemlich komplexe Angelegenheit, weil man tausend Details einstellen muss. Wenn man mit 95% zufrieden ist, wird alles viel leichter. Den Literaturanhang muss man ohnehin noch einmal gegenlesen, und ob man dann ein Komma bei zwei oder bei fünf Einträgen korrigiert, ist egal.

Wenn man aber doch lieber ein anderes Programm für die Formatierung der Literaturanhänge nutzen will, kann Bibliographix auch als Frontend für BibTeX oder die in Word eingebauten Literaturverwaltung verwendet werden.

Unter der Motorhaube

„Werkstattbericht“ hört sich ein wenig nach Ölwechsel und Autoreifen an. Daher spreche ich zum Ende auch ein wenig darüber, was unter der „Motorhaube“ von Bibliographix steckt.

Bibliographix ist in FreePascal mit Lazarus geschrieben, einer Open-Source-Entwicklungsumgebung, die ich nur in höchsten Tönen loben kann. Als Nutzer ist Ihnen das technisch komplett egal, aber es bringt Ihnen mehrere Vorteile:

  1. Die Software ist extrem schnell und extrem klein. Dadurch ist es möglich, nicht nur die Datenbanken, sondern auch die Software selbst in einem Dropbox/Google Drive/OwnCloud… Verzeichnis zu installieren und sich so eine ziemlich flexible Cloud-Lösung zu schaffen, ohne in Abhängigkeit von einem Service Provider zu geraten, auf dessen Serverfarmen die Software läuft und die Daten liegen.
  2. Das Programm läuft auf allen „großen“ Betriebssystemen, sprich Windows, Linux und MacOS, weil es Lazarus für alle Betriebsssysteme gibt. Man arbeitet also mit einer „echten“ Windows/Linux/MacOS-Anwendung. Das ist um eine Größenordnung schneller als Apps, die im Browser laufen. Man kann die verschiedenen Betriebssystem-Versionen parallel installieren und im Büro mit Windows arbeiten, zu Hause mit Linux und im Zug mit seinem MacBook.

Für wen, wo und wieviel?

Wenn der einzige Zweck der Übung darin besteht, einen Literaturanhang für eine Thesis mit fünfzig Quellen zu erstellen, die dann den Abschluss der Hochschulkarriere darstellt, ist Bibliographix (oder eine der anderen Alternativen) eher überdimensioniert. Mein Ratschlag für ein solches Szenario ist, sich die Word-interne Literaturverwaltung anzuschauen. Die kann nicht viel, aber sie kann vermutlich alles, was man für den beschriebenen Einsatzzweck braucht und man hat nach 10 Minuten alles kapiert und ausprobiert, was sie kann. Schlimmstenfalls weiß man nach 10 Minuten, dass man doch etwas Leistungsfähigeres braucht.

Der Einsatz von Bibliographix macht mehr Sinn, wenn man bereits während des Studiums über diverse Seminarpapiere einen größeren Literaturfundus aufbaut  und den Ideenmanager als wissenschaftliches Journal einsetzt, um die eigenen Gedanken besser zu ordnen. Das gilt umso mehr, je mehr man eine anschließende Dissertation ins Auge fasst. Die Mehrzahl der Bibliographix-Nutzer sind Doktoranden, Habilitanden,…  Also diejenigen, die an einem „dicken Buch“ arbeiten, bzw. die, die das schon hinter sich haben und im akademischen Langfristeinsatz die Publikationsliste Stück für Stück verlängern.

Falls Sie sich in dem Kreativitätskonzept ein wenig wiedererkannt haben und ich Ihr Interesse geweckt habe, schauen Sie auf www.bibliographix.de vorbei, laden die Software herunter und spielen ein wenig damit herum.

Bibliographix ist Freeware. Ohne „in App Käufe“ etc. Nicht zuletzt aus Selbstschutz ist Support per eMail aber nicht kostenlos. Mit dem ausführlichen Online-Handbuch sollten Sie aber eigentlich auch ohne Support gut zurechtkommen.

Einsortiert unter:Software & Tools, , , , , , , ,

18 Responses

  1. Christian sagt:

    Wo sind die Quellen dieser Anwendung?
    Kann nicht nachvollziehen, wie man in der akademischen Welt so etwas ClosedSource macht.

  2. Christian sagt:

    Der Begriff „Cloud-Lösung“ ist auch denkbar ungünstig gewählt. Der Entwickler beschreibt hier einfach eine sog. „mobile Installation“ – mehr nicht. Das ist super, aber sollte auch so genannt werden.

    Und Daten in der Cloud gehören schon lange nicht mehr dem, der sie dort ablegt – das sollte bekannt sein!

    Als Alternative zum Synchronisieren (ohne notwendige Cloud!) zwischen Systemen kann ich BTSync empfehlen – leider auch ClosedSource.

    • o.winkelhake sagt:

      @christian: Vielen Dank für den Hinweis. Haben Sie ein Link, der Ihre Begrifflichkeit für „mobile Installation“ belastbar dokumentiert. Google spuckt mir alles mögliche aus, aber keine passende Definition dazu.

      • Christian sagt:

        Interessante Frage. Habe da auch nichts gefunden.😉

        Der Begriff entstand wohl ehr aus der Praxis (noch bevor es „Cloud“ gab) heraus. „Mobile Installation“ kommt von dem Wunsch (mancher Anwender) her, eine Anwendung auf einem USB-Stick zu installieren und sie auf jedem Rechner dann auch vom Stick aus verwenden zu können.

        Technisch ist es genau, dass was auch für eine „Installation“ (ehr Speichern) auf einem Cloud-Speicher (bzw. einem von mehreren Rechnern genutzten Verzeichnis) nötig wäre. Ein Verzeichnis auf mehreren Rechnern zu nutzen ist übrigens auch ohne Cloud (z.B. mit BitTorrent Sync) möglich. Daher fand ich den Begriff „Cloud Installation“ auch ungünstig gewählt. Eine Anwendung die tatsächlich „in der Cloud“ läuft, also auch die Ressourcen der Coud nutzt (z.B. Google Doc) ist nämlich was ganz anderes.

        Also wenn ich Ihren Begriff richtig interpretiere, geht es doch „nur“ darum, dass die Anwendungs-Dateien (Binary, Config-Files, etc) in einem Verzeichnis liegen und NICHT die vom Betriebssystem normalerweise dafür vorgesehenen Verzeichnisse genutzt und über das ganze Dateisystem verteilt werden. Also eine sog. „Mobile Installation“.

        Korrekt?

        Aber viel interessanter sind doch die Sourcen/Quelltexte selbst!😉

        Wie sie selbst sagen, ist der Support per Mail nicht kostenlos. Das ist auch genau, dass wie man mit Software Geld verdient. Wenn Sie die Quellen Ihrer Anwendung unter Verschluss halten und nicht unter einer freien Lizenz (z.B. GPL) zur Verfügung stellen, schaden Sie sich bzw. Ihrer Idee nur selbst.

        Ein offener Code würde die Weiterentwicklung beschleunigen, die Qualität verbessern, Bugs reduzieren. Auch das Bauen von DEB/RPM-Paketen würde dann eben jemand übernehmen können.😉

  3. Christian sagt:

    Ich sehe, es fehlen auch DEB- und RPM-Pakete.

  4. o.winkelhake sagt:

    @christian: Korrekt. Die Installation ist aber insofern nicht „mobil“, als dass sie nicht für Smartphones angeboten wird, bzw. da sinnvoll verwendet werden kann. Daher trifft „mobil“ es auch nicht 100%🙂

    BitTorrent: Habe ich vor einer Weile mal überflogen. Wenn ich das richtig verstanden habe, müssen aber die Recher, die synchronisiert werden, alle gleichzeitig laufen, denn sonst geht das peer to peer nicht. richtig? Wäre dann arge Stromverschwendung. Der Vorteil dieser Cloud-Synchronisierungsdienste war aus meiner Sicht, dass man das nicht muss. Aber natürlich kann man auch old school mäßig einen USB Stick nehmen. Darf den aber dann nicht vergessen/verlieren😉

    Open Source: Ich durchschaue die Konsequenzen nicht hinreichend weit. So müsste ich mir z.B. sicher sein, Teile des Codes später nicht noch mal kommerziell verwenden zu wollen. Habe ich derzeit nicht vor, würde mir aber diese Option dann nehmen. Derzeit daher für mich keine attraktive Option.

  5. Christian sagt:

    Der kommerziellen Verwendung steht nichts im Wege. Du als Urheber des Codes kannst jederzeit die Lizenz ändern bzw. den Code unter neuer Lizenz erneut veröffentlichen.
    Eine die Offenheit des Codes steht ja einer kommerzielle Verwendung nicht im Wege.

    Es ist ein Irrglaube der alten Programmierergarde, dass man Code verkaufen könnte. Softwareentwicklung ist eine Dienstleistung. Dein Dienst ist das Produkt und nicht der Code oder das Binary auf einem Datenträger.

    Mit der Entwicklung von OpenSource werden Millardenumsätze generiert – hauptsächlich mit dem Support.

    Du kannst dich hier ggf. auch detaliert von der „Free Software Foundation“ (haben auch eine deutsche Sektion) detaliert beraten lassen.

  6. boerne4 sagt:

    Wollte eigentlich nichts schreiben, aber wenn ich lese, wie hier auf Prinzipien rumgeritten wird: Bitte, Christian, schreib doch ein eigenes OpenSource-Programm, dann kannst Du/Sie alles umsetzen, was Dein/Ihr Herz begehrt. Oder gibt es das schon? Habe ich das übersehen?
    Was Bibliographix betrifft: ich kenne noch die alten Versionen nur für Windows und finde die Entwicklung von Bx bemerkenswert, zumal es neben ein paar „großen“ und teuren Programmen wenig Alternativen und dann noch für drei Betriebssysteme gibt.

  7. Christian sagt:

    Hi boern4

    > Bitte, Christian, schreib doch ein eigenes OpenSource-
    > Programm, dann kannst Du/Sie alles umsetzen,
    > was Dein/Ihr Herz begehrt.

    Du missverstehst hier das eigentliche Ziel. Ich will nicht vordergründig meinen eigenen Kram umsetzen.
    Dein Vorschlag wäre auch enorme Ressourcenverschwendung. Warum etwas machen, was jemand anderes schon gemacht hat?
    Viel lieber sollte man die Ressourcen in die Verbesserung und Weiterentwicklung bereits vorhandener SW stecken. Das nennt man Evolution! Und genau die wird verhindert, wenn jeder auf seinem eigenen Code sitzen bleibt.

    o.winkelhake konnte bisher nicht darlegen, warum der Code tatsächlich geschlossen bleiben müsste.

  8. Raphael B sagt:

    Guten Tag!
    Gestern habe ich mir Bibliographix angesehen. Zettelkasten und Citavi kenne ich bereits und hatte hohe Erwartungen, da Bibliographix vielerorts gelobt wurde.
    Gefunden habe ich allerdings keine Möglichkeit, Zitate zu den jeweiligen Referenzen zu speichern. Habe ich die Funktion übersehen?
    Vielen Dank und Grüsse

      • Raphael B sagt:

        Vielen Dank! Eine Verwendung der Zitate ist also jenseits Copy and Paste zwischen Bibliographix und (z.b.) Word gar nicht möglich?

      • o.winkelhake sagt:

        Nein, aber ich würde das anders formulieren: Wenn man sich nicht auf Windows als Betriebssystem und unter Windows auf Word beschränken will, sondern betriebssystem- und textverarbeitungsübergreifend benutzbar sein soll, ist copy&paste die Methode der Wahl. Mir war dieser Aspekt in der Entwicklung von Bibliographix wichtig, da man sich sonst an ein Betriebssystem und eine Textverarbeitungssoftware kettet, denn nicht einmal Word für Windows und Word für Mac sind in dieser Hinsicht 100% kompatibel.

  9. o.winkelhake sagt:

    Ein zweiter Aspekt: Wenn man in die Literaturdatenbank eine Untertabelle für wörtliche Zitate einbaut (ältere Versionen von Bx. hatten das vor Jahren mal) dann wird es unübersichtlich, Kommentare und eigene Ideen zu diesen wörtlichen Zitaten festzuhalten. Für die nackte Datenhaltung ist die Idee der Untertabelle sicherlich bedenkenswert, aber mein Ansatz ist eher der, dass man keine Daten halten will, sondern seine eigenen Ideen sortieren will und prüfungsrechtlich gut daran tut, zu dokumentieren, auf der Schulter welcher Riesen man dabei steht😉 Mir ist an dieser Stelle keine gute Idee eingefallen, wie man Quellen, Zitate aus den Quellen und Ideen mit einem übersichtlichen Nutzerinterface miteinander verbinden könnte… Dass das technisch geht, ist klar. Die Frage ist nur, ob man es dann auch benutzen will…

    • Raphael B sagt:

      Vielen Dank für den Einblick in die zugrunde liegenden Gedanken. Ein plattformübergreifender Ansatz ist für mich persönlich nicht wichtig, denn ich arbeite nur mit einem Rechner für meine Arbeiten. Mir fehlt hier etwas der produktive Ansatz: gut, ich habe Ideen niedergeschrieben. gut, ich habe Bücher mit direkten oder indirekten Zitaten in den Anmerkungen. Jetzt möchte ich gerne meine Diss schreiben, finde aber in Bibliographix keine Möglichkeit, diese Zitate und Gedanken zur weiteren Verwendung zusammenzubringen. Das finde _ich persönlich_ etwas schwach, denn Ziel eines solchen Programms sollte doch gerade sein, einen Fundus von Zitaten und Gedanken über einen längeren Zeitraum zu sammeln, um sie dann gezielt in einer Arbeit weiter verwenden zu können. Das Programm sollte bei Nutzung eines Zitats eine brauchbare Referenz liefern. Wenn ich Zitat und Referenz sowieso manuell zusammentragen muss, kann ich auch mit einfachen Textfiles arbeiten. Das ist schade, denn die Oberfläche von Bibliographix gefällt mir wirklich gut und bietet einiges an guten Ideen.

      • o.winkelhake sagt:

        Ich sehe den Punkt. Vielleicht ist mein Denken einfach chaotischer. Wenn ich den kompletten Überblick über das Material hätte, wäre das sicher richtig. Meine persönliche Erfahrung ist aber, dass ich diesen Überblick nicht habe. Daher ist mir der Verknüpfungsgedanke ganz wichtig, weil ich so bessere Chancen habe, Dinge, die in meinem Fundus sind, nicht zu übersehen, weil ich sie längst vergessen habe. Und da unterscheiden sich vielleicht unsere Zugänge. Mein primäres Anliegen ist nicht das _Sammeln_, sondern das _Wiederfinden_. Das steht tatsächlich an erster Stelle und dafür wären Textfiles zu unstrukturiert. Aber das ist im Wesentlichen wohl eine Frage der persönlichen Arbeitstechnik.

  10. Raphael B sagt:

    Es geht also eher darum, die Zitate immer an die jeweilige Literatur zu binden und in diesem Kontext zu halten, sie vielmehr als Stütze für das freie Schreiben, das außerhalb des Programms erfolgt, zu sehen? Muss man dafür nicht eher den kompletten Überblick haben? In Citavi können z.b. die Zitate und Ideen bereits kategorisiert und strukturiert werden und stehen am Ende entsprechend der Vorplanung der Arbeit vollständig zur Verfüung. Bei Bibliographix habe ich den Eindruck, dass ich mir Notizen machen muss, welche Zitate und Ideen ich bereits verwendet habe, weil ich sie nicht inhaltlich sortieren kann.

    • o.winkelhake sagt:

      In dem Werkstattbericht habe ich das Kreativitätsmodell beschrieben, das Bibliographix zugrundeliegt. Das ist weit weniger strukturiert als das, was Sie beschreiben. Für die inhaltliche Sortierung sind die Schlagwörter da. Wenn man mit der Baumstruktur zurechtkommt, gibt es die ja auch: http://bibliographix.de/index.php?n=IMDIdeen.Gliederung. Aber wie gesagt: Das ist zum großen Teil eine Frage der individuellen Arbeitstechnik.

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