Literaturverwaltung

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Aktuelles – Analysen – Austausch zu Software und Services für die persönliche Literatur- und Wissensorganisation

Zitiergewohnheiten: Wichtigkeit der einzelnen Metadatenelementen

Vor einer Woche habe ich über Twitter eine Umfrage gestartet mit einer Frage nach den Zitiergewohnheiten und insbesondere der Wichtigkeit der einzelnen Metadatenelementen. Hier ist das Resultat der (nicht repräsentativen) Umfrage mit insgesamt 52 Stimmen:

Zuerst einmal vielen Dank an alle, die selbst mitgemacht haben, den Tweet retweetet haben oder ausführlicher geantwortet haben. Im Folgenden versuche ich ein paar Gedanken zu dem Ergebnis zu geben und auch auf die Kommentare einzugehen.

Aufsatztitel vs. Zeitschriftentitel

Ursprünglich wollte ich bei der Umfrage nur diese beiden Optionen anbieten, aber habe dann noch zusätzlich die doi und ISSN als weitere Optionen aufgenommen.

Häufiger wird der Aufsatztitel (40 %) als drittwichtigstes Element angegeben als im Vergleich der Zeitschriftentitel (19 %). Im Aufsatztitel erfährt man ja häufig etwas über den Aufsatz selbst, ob dieser sich mit Gravitionswellen, DNA oder Künstlicher Intelligenz beschäftigt, wohingegen alle diese Artikel in der gleichen Zeitschrift erscheinen könnten, z. B. Nature. Auf der anderen Seite können Titel von wissenschaftlichen Veröffentlichungen aber auch gerade sehr generisch sein, z. B. „Versuche über Pflanzenhybriden“.

Der Zeitschriftenname ist wiederum wichtig um den Artikel etwa im gedruckten Bestand einer Bibliothek zu lokalisieren. Dabei folgt dem Zeitschriftennamen dann aber auch traditionellerweise die Angabe zum Band, Heft und Seitenzahlen. Mir ist gerade kein Zitierstil bekannt, bei dem nach dem Zeitschriftennamen noch der Aufsatztitel folgt. Die Reihenfolge der Metadatenelemente folgt also nicht notwendigerweise der Wichtigkeit dieser Elemente.

Darüber hinaus wird der Zeitschriftenname häufig als ein erstes Indiz für die Qualität eines Aufsatzes herangezogen, wie etwa mit dem Impact-Faktor, auch wenn sich dies als nicht adäquates Mittel herausgestellt hat.

Einige Disziplinen bzw. Zitierstile verzichten auch komplett auf die Angabe vom Artikeltitel wie dies in einem Kommentar für die Chemie erwähnt wird. Ebenfalls habe ich bei den Juristen oder Physikern (Abb. 1) gesehen, dass deren Zitierstile häufig den Aufsatztitel gar nicht angeben.

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Abb. 1: Literaturverzeichnis aus den Annalen der Physik (2016-02-09)

Identifikatoren vs. Name

Die doi wird etwa gleich häufig genannt (38 %) wie der Aufsatztitel (40 %). Somit gibt es etwa gleich viele Stimmen, welche die doi wichtiger als den Aufsatztitel sehen, wie es Stimmen gibt, welche den Aufsatztitel wichtiger als die doi sehen. Natürlich haben  nicht alle Artikel eine doi (wie auch in einem Kommentar erwähnt wurde) und daher ist der Vergleich bzw. Bevorzugung im Allgemeinen schwierig. Viele Zitierstile geben sowohl die doi wie auch den Aufsatztitel oder andere traditionelle Identifikationsmerkmale eines Artikels beim Zitieren an.

So gut wie keine Bedeutung scheint die Angabe von ISSN (nur 3 %) zu finden, obwohl dies im gleichen Sinne ein Identifikator für den Zeitschriftentitel ist. Daraus schließe ich, dass im Allgemeinen nicht Identifikatoren vor Namen bevorzugt werden. Vielmehr scheint es so, dass die doi als wichtig empfunden wird, da es sich hier um eine auflösbare, permanente URL handelt, welche auch gleich den Artikel leicht auffindbar macht.

Jahreszahl nach hinten

Ein Historiker hat auch gemeint, dass der Aufsatztitel noch wichtiger sei, als die Jahreszahl und somit besser an zweiter Stelle stehen sollte. Im Prinzip habe ich durch die Formulierung der Frage eher einen Harvard-Zitierstil vorgegeben, d.h. nach dem Autor-Jahr-Schema. Die Jahreszahl nach hinten schieben kenne ich dann von medizinischen Zitierstilen (vgl. Abb. 2) unter dem Begriff Vancouver-Stil.

bmc-genomics-2015

Abb. 2: Ausschnitt aus dem Literaturverzeichnis eines Artikels in BMC Genomics (2015)

 

Autorennamen als wichtigstes Element?

Bereits in der Fragestellung hatte ich die Autorennamen als wichtigstes Element angegeben. Natürlich kann man auch dies hinterfragen und das wurde auch gemacht (aus einem Kommentar: „alles andere [neben doi und Seitenangabe] ist Bonusmaterial“).

Ich empfinde gerade die Autorennamen schon häufig als wichtigstes Element um eine wissenschaftliche Erkenntnis zu würdigen. Bei bahnbrechenden neuen Erkenntnissen wird ja dann auch der Autorenname verwendet um diese Theorie zu benennen, z. B. Satz von Pythagoras, Einstein’sche Relativitätstheorie, Nash Gleichgewicht in der Spieltheorie.

(Übrigens sind für Twitter 7 Tage Umfragezeitraum zu lang und so gut wie alle Antworten kamen bereits in den ersten 1-2 Tagen.)

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Neuer Journalartikel zu Literaturverwaltung und Katalogdaten

Vor über einem Jahr, genauer am 1. Oktober 2014, schrieb ich anlässlich einer Nachlese zum damaligen Bibcamp im Blogpost „“Wünsch dir was”-Runde zur Literaturverwaltung auf dem 7. Bibcamp in Potsdam“ unter anderem:

Ich glaube, dass ein noch zu wenig genutztes Potential besteht, dass sich Bibliotheken und Bibliothekare in der Weiterentwicklung der Tools mit ihren Dienstleistungen – insbesondere Normdateien im Kontext von (Linked) Library Open Data – einbringen bzw. eingebracht werden.

Dem Beitrag schloss sich eine kleine Diskussion mit Philipp Zumstein und Sebastian Karcher an. Ausgehend von Beitrag und Kommentaren ist ein Journalartikel mit dem Titel „Zur Nachnutzung von bibliographischen Katalog- und Normdaten für die persönliche Literaturverwaltung und Wissensorganisation“ entstanden. Dieser, geschrieben von Philipp Zumstein und mir, ist ganz frisch im Heft 4 des aktuellen Jahrgangs von ABI-Technik veröffentlicht worden.

Positiv und entscheidend für uns als Autoren war und ist es, den Artikel in der Verlagsfassung auch sofort frei zugänglich machen zu können. Als Open Access-Parallelveröffentlichung ist dieser auf dem Repositorium der UB Mannheim zu finden: https://ub-madoc.bib.uni-mannheim.de/39937

So fällt das weitere Diskutieren, gerne hier über die Kommentarfunktion, viel leichter.

Matti Stöhr

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Literaturverwaltung kompakt 3/2013

1. Softwarenachrichten

Der letzte Überblick zu den News auf dem Literaturverwaltungsmarkt liegt bereits zwei Monate zurück. Inzwischen hat sich bei richtig vielen Produkten so einiges getan. Hier seien zunächst lediglich die aktuellen Neueungen der populärsten Tools vorgestellt. Weitere News zu colwiz, Qiqqa & Co. sind auf den nächsten „Kompakt-Post“ vertagt …

Mendeley und Elsevier

In Bestätigung bereits seit Monaten schwelender Gerüchte, hat der am 9. April offiziell verkündete  „Join“ von Mendeley in die Elsevier-Verlagsgruppe auf dem Softwaremarkt der Literaturverwaltung in letzter Zeit das wohl größte Aufsehen und nicht zuletzt die Gemüter erregt.  Bereits an dieser Stelle wurde das Thema ausführlicher behandelt. Ergänzend zu den dort erwähnten Diskussionsbeiträgen, seien zwei Statements erwähnt. Jason Hoyt, ehemaliges Mitglied des Mendeley Teams und Gründer von PeerJ, hat sich in seinem persönlichen Weblog  mit beunruhigten Gedanken zur Übernahme mit Blick auf Open Access bzw. Open Science geäußert. Diesem und vielen anderen kritischen Stimmen gegenüber steht die offizielle Stellungnahme von Mendeley-Mitbegründer und CEO, Victor Henning, der sich nach einigen Tagen zur Diskussion äußerte und darin unter anderem den Fortbestand von Mendeleys Open API und den verantwortungsvollen, fairen Umgang mit den Nutzerdaten bekräftigte. (Vgl. zur Sicht von Henning u.a. auch das Interview mit dem Sheffielder Informationsspezialisten Andy Tattersall) Inwiefern sich die Übernahme tatsächlich mittel- und langfristig auswirkt, bleibt abzuwarten. Kurzfristig bzw. umgehend gab es jedenfalls für Mendeley-Anwender ein Geschenk in Form einer deutlichen Ausweitung des verfügbaren Speichervolumens für Volltexte. Gleichwohl wurde in der Community intensiv die Abkehr von Mendeley in Verbindung mit der Suche nach Alternativen diskutiert. Und die Konkurrenten bringen sich selbst in Position…

Zotero in vierter Version erschienen

Als (Open Source-)Alternative zu Mendeley wurde etwa häufig Zotero genannt, dessen neueste Version 4.0 am 11. April veröffentlicht und im offiziellen Weblog  mit den wichtigsten Neuerungen – kurz vorgestellt wurde:

  • automatisierte Unterstützung in der Nutzung von offiziellen Journalabkürzungen;
  • Möglichkeit der Vergabe von Tagfarben;
  • Datei-Synchronisation on Demand;
  • automatisierte Zitierstil-Updates sowie
  • Ausweitungen der Informationsanzeige beim Import von Titeldaten.

Im Changelog sind alle Neuerungen, Änderungen und Bugfixes im Detail aufgeführt. Besonders erwähnenswert ist jedoch die mit der neuen Zotero-Version in Zusammenhang stehenden Einrichtung des Weblogs “ The Zoteroist. Using and developing Zotero“ vom unabhängigen Zotero-Trainers und -Entwicklers Sebastian Karcher, alias „adamsmith“. In den ersten beiden Beiträgen (What’s New in Zotero – Part 1What’s New in Zotero 4.0 – Part 2) erläutert er den Versionssprung etwas ausführlicher. Ferner finden sich u.a. auch von ihm aktuelle Hinweise im Zotero Forum zur Übernahme von Daten aus Mendeley in Zotero, etwa jüngst in diesem Thread.

EndNote in Basic Version kostenfrei nutzbar

Auch Thomson Reuters hat ein neues Literaturverwaltungsangebot auf den Markt gebracht und positioniert sich damit neuerdings auf dem Sektor der kostenlos nutzbaren Tools: EndNote Basic bietet u.a. die Möglichkeit mit 2 GB Speicher für Volltexte  in der Hinterhand bis zu 50.000 Literaturangaben zu speichern. Faktisch ist EndNote Basic, eine grundlegende Einführung bietet etwa dieses offizielle Youtube-Video vom Support, eine Umwidmung des Dienstes EndNote Web, welches bis zur Einführung der Synchronisationsfunktion lange Zeit separat vom etabliertten Desktop-Pendant zu nutzen war. Inzwischen hat sich Thomson Reuters offensichtlich begrifflich von der Trennung in EndNote (Desktop) und EndNote Web verabschiedet und vermarktet das kostenpflichtige Einzelplatz-Produkt mit Sync-Features spätestens seit der Einführung der iPad-App unter einem Namen: EndNote.

Citavi 4 erschienen

Nach einer ausgiebigen Preview- und Betaphase hat am 29. April Swiss Academic Software bzw. Citavi in der Versionierung mit Zotero gleichgezogen und die vierte Ausgabe der populären Software zur Literaturverwaltung und Wissensorganisation veröffentlicht. Auf dieser Seite werden insbesondere folgende essentiellen Neuerungen vorgestellt:

  • Word-Add-In zum Einfügen von Verweisen und Zitaten
  • Picker für Google Chrome
  • Anpassung an höhere Bildschirmauflösungen
  • Erweiterter Zitationsstil-Editor
  • Zusätzliche Benuteroberflächen auf Spanisch und Portugiesisch

Für den Umstieg auf bzw. Einstieg in Citavi 4 wurde in der Knowledge Base zudem ein umfangreicher FAQ-Bereich eingerichtet sowie das Handbuch entsprechend versionsbezogen umgeschrieben / ergänzt. Im FAQ findet sich u.a. der Hinweis inkl. Erklärung, dass die neue Version NICHT unter Windows XP lauffähig ist! Daher ist es erwähnenswert, dass es auch für Citavi 3.4 Bugfixes gibt. Anfang April erschien Citavi 3.4.1 als Beta-Version.

RefWorks mit neuer Plattform: Flow

Proquest will der innovativen (Startup)-Konkurrenz nicht nachstehen und beteiligt sich im Release-Reigen, indem in einer euphorischen Pressemeldung vom 11. April eine neue Plattform zur (kollaborativen) Organisation von Literaturnachweisen und aktiver Arbeit mit (PDF-)Volltexten vorgestellt wurde: RefWorks Flow. Über den Support Center-Eintrag „Move your existing references into Flow“ wird deutlich, dass Flow (noch) separat vom klassischen RefWorks-Angebot betrieben wird. Undurchsichtig bzw. nicht an einer sichtbaren Stelle beantwortet ist allerdings die Kostenfrage – sowohl für individuelle Nutzer als auch hinsichtlich der Option für Institutionen…

PDF-Annotationen und mehr: neue Versionen von Papers für Mac & Windows

Bereits im März haben die Macher von Papers, die Einspeisung von über 1350 Zitierstilen, hauptsächlich von Journalen des Eignerverlags Springer, in die offene Zitierstilbibliothek Citation Style Language (CSL) publik gemacht. Mitte April wurden dann neue Versionen von Papers sowohl für Mac (Release Notes 2.5) als auch für Windows (Release Notes 1.1.6) herausgebracht. Neben zahlreichen Bugfixes und Performanceoptimierungen, ging es insbesondere um Verbesserungen bei den Funktionen zur Volltext- bzw. PDF-annotierungen (Mac) bzw. deren prinzipieller Einführung in der Windows-Variante. Für letztere wurde  u.a. umgehend ein Video auf Youtube bereitgestellt, in welchem der „full annotations support“ einführend erklärt wird.

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Literaturverwaltung kompakt 1/2013

1. Softwarenachrichten

BibSonomy noch flexibler einsetzbar – Plugins und mehr

Das Kasseler Social-Reference Management-Tool BibSonomy wartet in letzter Zeit faktisch wöchentlich mit neuen Featueres und Verbesserungen auf. Noch vor Jahreswechsel wurde beispielsweise ein Plugin für Firefox sowie eine Plugin zur Einbindung von Publikationslisten  in WordPress-Weblogs vorgestellt. Zudem wurde ein neuer Produktrelease mit einigen Modifikationen zum Anlass genommen, eine  spezielle Google+-Community für BibSonomy zum Nutzeraustausch zu gründen. Im Zusammenhang mit der Nachricht des Abschaltens von Connotea (vgl. hierzu den bereits erschienen separaten Blogpost) positioniert sich BibSonomy aktuell mit einer Anleitung zur Migration von Bookmarks.

Citavi spricht nun italienisch – Version 3.4 erschienen

Seit  dem 24. Januar ist Citavi in der Version 3,4  als kostenloser Download verfügbar und stellt somit eine weitere Etappe zur unlängst als Preview testbaren Versin 4 dar. Im Biblioblog der Hochschule Hannover hat Ann-Kathrin Christiann die wichtigsten Neuerungen unmittelbar nach Erscheinen des Updates – u.a. mit dem Hinweis auf die neue itialienische Benutzeroberfläche – pointiert zusammengefasst:

Die wichtigste Änderung betrifft sicherlich den Picker. Dieser steht nun auch für Acrobat XI bzw. Adobe Reader XI zur Verfügung und funktioniert mit Firefox Version 18 oder höher. Auch bei der Übernahme von Dokumenten mit dem Picker wurden einige Details verbessert; so werden automatisch bedingte Trennstriche aus Text, der aus dem Internet übernommen wird, nun selbstständig von ihm entfernt und die Unterschiede beim Einfügen wörtlicher Zitate zwischen Picker und Zitier-Funktion (Picker: mit Anführungszeichen, per Zitierfunktion ohne) wurden beglichen. Auch wird beim Einfügen von Zitaten in Word die Absatzformatierung von Word übernommen, so dass weniger Korrekturen an der Formatierung von Zitaten nötig werden. Bei der Konvertierung von HTML-Seiten zu PDF traten in den vorherigen Versionen verschiedene Fehler und Probleme auf (z.B. fehlerhafte Darstellung von Bildern), diese werden mit dem Update behoben. Wie schon im Update auf die Version 3.3 wurde die Zusammenarbeit mit dem LaTeX-Editor LyX noch weiter verbessert.

In den offiziellen Release-Notes werden die Veränderungen detailliert vorgestellt.

Citelighter nun mit Volltextmanagement

Eines der neueren webbasierten Literaturverwaltungstools auf dem Markt – Citelighter – hat Ambitionen im Organisieren von Volltexten eine ernsthafte Alternative zu Mendeley & Co. zu werden. Mitte Januar wurde im Produktweblog die Einführung der „PDF Capture & Storage Function“ vorgestellt. Citelighter wird damit nach eigenen Angaben so zu einem „Fully Functional Research Repository“. Der Service ist allerdings nur zahlenden Nutzern der Pro-Version vorbehalten.

Colwiz für Volltexte und mobil benutzbar

Noch vor Citelighter, kurz vor Weihnachten 2012, wurde mit „Drive“ bei colwiz – der kostenfreien Oxforder Applikation für Online-Literaturverwaltung – geschaffen.  Das Angebot umfasst die Möglichkeit bei einer 256-bit AESVerschlüsselung Dateien (u.a. auch Forschungsdaten) in Nutzung von Versionierungsfunktionen zu speichern und in verschiedenen Szenarien, wie etwa durch Anlegen von gemeinsamen Ordnern zwischen Einzelnutzern und Projektteams, zu teilen. Wie colwiz Drive – man hat zunächst 2GB freien Speicherplatz zur Verfügung, 3GB wenn man sein Nutzerprofil vollständig ausfüllt –  genau funktioniert, wird auf den entsprechenden Seiten im Nutzerportal beschrieben.

Mittlerweile wurden auch Apps zur Nutzung von colwiz auf Smartphones und Tablets wie etwa auf  iPhone und iPad als nahezu gleichwertige Ergänzung  zum originären Webtool veröffentlicht. So heißt es in der Vorstellung der Android-App:

colwiz Android app is packed with features which allow you to research on the go. You can easily access research articles with Full Text PDF and search 30+ scholarly databases, including Google Scholar, PubMed, and ArXiv, straight from your mobile device. You can retrieve the articles, add them to your library, or download them to your device to read offline. Your research will be synced throughout and available on all of the devices on which you use colwiz.

JabRef in kontinuierlicher Verbesserung

Auch JabRef, das seit Ende 2003 existierende und auf BibTeX basierende plattformunabhängige Literaturverwaltungswerkzeug, erfährt in den letzten Monaten eine verstärkte Entwicklungsaktivität. Inzwischen existiert das insbesondere mit LaTeX gut verwendbare Tool in der Version 2.9.2. In der Revision History ist erkennbar, dass sich die zentralen Featureerweiterungen in den Beta-Versionen vom 18. November und 15. Dezember 2012 zu finden sind – u.a. den „ISBN to BibTeX“ fetcher. Die stabilen Releases beinhalten vor allem die Fehlerkorrektur.

Litlink 4,5 mit verbesserten Importoptionen und Kollaborationsfunktionen online

Bereits Mitte Dezember 2012 wurde die lang angekündigte Veröffentlichung von Litlink 4.5 vermeldet:

Die neue Version bringt vor allem einen drastisch verbesserten Datenimport aus Endnote und die Möglichkeit, Daten direkt aus einem Zotero-Account nach Litlink zu übernehmen.
Auf dem Web können User nun Projekte freigeben und ihre Daten mit anderen teilen.
Eine ausführliche Auflistung der neuen Möglichkeiten finden Sie unter http://www.litlink.ch/support/readme/.

Besonders bemerkenswert bzw.  Alleinstellungsmerkmale  sind außerdem:

  • die Integration der Möglichkeit in Rückgriff auf die „Virtual International Authority File“ (www.viaf.org) einen eindeutigen Identifier für Personen und Institutionen zu hinterlegen.
  • die Verknüpfung von Bildern mit Geodaten in Form von GPS-Koordinaten aus Google Maps
  • die Ausweitung der Funktion „Aufgerufene Orte in Google Earth anzeigen“ auf Ereignisse sowie für Elemene aller Art, wie etwa  Titel, Archivalien etc.

Mendeley für Windows 8 optimiert

Der vergleichsweise kleine Update-Release von Mendeley Desktop v1.8 beinhalten neben einigen Bugfixes (insbesondere in Zusammeenarbeit mit MS Word) vor allem eine adäquate Anpassung auf das neue Betriebssystem von Microsoft – Windows 8. Außerdem wurde mit der Verbesserung des sogenannten „onboarding wizard“ versucht,neuen Nutzern von Mendeley den Einstieg in die Nutzung noch einfacher zu gestalten, wie im Blogpost zum Versionsrelease dargestellt wird.

Updates bei ReadCube inkl. Bookmarklet

Zu guter Letzt sei in der Rubrik der Softwarenachrichten vermeldet, dass auch ReadCube unlängst ein zentrales Update gefahren und mit einigen neuen Funktionen zu Konkurrenten aufgeschlossen hat. So werden nun nun unter anderem ein spezielles ReadCube-Bookmarklet und ein schneller Zitatexport („simple citation export“) angeboten. ReadCube machte außerdem unlängst dadurch von sich Reden, dass in Kooperation mit der Nature Publishing Group ein Dienst namens ReadCube Access zum  Kauf  oder wahlweise Leihe von Zeitschriftenartikeln angeboten wird.

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Bessere Publikationslisten mit OpenScholar

Gestern berichtete wisspub.net von OpenScholar, einem relativ neuen Content Management System auf der Basis von Drupal. OpenScholar ist speziell auf das einfache Erstellen persönlicher Homepages von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgerichtet, und ein typischer Bestandteil derartiger Webseiten ist natürlich eine Publikationsliste. Der (literaturverwaltungstechnische) Clou daran ist, dass OpenScholar die bibliographischen Metadaten aus einer solchen Publikationsliste in den Formaten BibTeX, EndNote und COinS bereithält. Wenn sich also Systeme wie OpenScholar durchsetzen, dürfen sich Nutzerinnen und Nutzer von Literaturverwaltungssystemen künftig über noch mehr interoperable Metadaten freuen. Die Beteiligung von Bibliotheken an derartigen Entwicklungen wäre begrüßenswert, sind doch Publikationslisten deren ureigenster Bereich.

Martin de la Iglesia

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Hindernis effektiver Literaturverwaltung – Fehlende Metadaten in elektronischen Volltexten

Ich habe in den letzten zwei Monaten rund 200 Titel in das Literaturverwaltungsprogramm Citavi eingepflegt. Und bei allen Dokumenten aus dem Netz (n=54) – bis auf ein einziges (von einer Frau!) – mangelhafte Metadaten eingelesen. Das betrifft im Netz veröffentlichte Gutachten, Berichte, Dissertationen, Diplomarbeiten: Hier sind die Metadaten in den Dokumenten so schlecht eingepflegt, dass sie schlicht unbrauchbar sind. […]

Prägnant macht sich Christiane Schulzki-Haddouti im KoopTech-Blog  ihrem Ärger über unzureichende Metadatenanreicherung elektronischer Volltexte Luft, auch mit einer klaren Kritik  in Richtung Bibliotheken / Bibliothekare:

Und liebe Bibliothekare: Bei Sammelwerken werden oftmals die Herausgeberschaft bzw. die weiteren Co-Herausgeber nicht oder unvollständig angezeigt. Auch das erfordert wieder Nacharbeit. Ist für mich auch unverständlich.

Jeder wissenschaftlich arbeitende Mensch, welcher zur Effektivierung der Literaturarbeit eine entsprechende Software benutzt, kann diesen Ausruf nur zu gut nachvollziehen. Versuche,  Volltext-Dokumente im Zuge der Aufnahme von Publikationen in Citavi & Co. einzubinden und in gleichem Arbeitsgang die jew. Metadaten dabei zu haben, sind oftmals von mäßigem Erfolg.  Nicht nur Graue Literatur stellt hier ein Problem dar, sondern ebenso Zeitschriftenartikel etc. sind erfahrungsgemäß unzureichend mit Metadaten versehen. Umso nachvollziehbar wie wichtig ist der Apell an die unterschiedlchen Akteure – WissenschaftlerInnen / Autoren und Informationsdienstleister , die Metadaten-Anreicherung von elektronischen Dokumenten und damit auch ihrere Verfüg- wie Nachnutzbarkeit konsequenter zu verfolgen.

Initiativen bzw. Gedanken zur Ablösung des PDF’s, wie sie auch u.a.  in einer Sesion auf dem 4. Bibcamp diskutiert wurden und perspektivisch für eine alternatives, elektronisches Publizieren stehen, sind mit Blick auf die unterschiedlichen Publikationskulturen in den Wissenschaftsdisziplinen, werden m. E. kurz- und mittelfristig in der Breite nicht erfolgreich sein. Es gilt vielmehr darum, das gescholtene Format konsequent auszunutzen, so in diesem verwertbare bibliographische Daten zu hinterlegen. Bibliotheken mit ihren OPACs und in ihrer Rolle als Betreiber von Repositorien, so auch Verlage und andere Institutionen als Anbieter von (Volltetxt)-Literaturdatenbanken müssen offensichtlich mehr Energie dafür aufwenden, 1. die AutorInnen dabei mit (mehr) intuitiv nutzbaren Werkzeugen zu unterstützen und 2.  ihr Volltextportfolio per se besser für die persönliche Literaturverwaltung handhabbar zu machen.

(Via netbib-Weblog)

Matti Stöhr

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