Literaturverwaltung

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Aktuelles – Analysen – Austausch zu Software und Services für die persönliche Literatur- und Wissensorganisation

Neuer Journalartikel zu Literaturverwaltung und Katalogdaten

Vor über einem Jahr, genauer am 1. Oktober 2014, schrieb ich anlässlich einer Nachlese zum damaligen Bibcamp im Blogpost „“Wünsch dir was”-Runde zur Literaturverwaltung auf dem 7. Bibcamp in Potsdam“ unter anderem:

Ich glaube, dass ein noch zu wenig genutztes Potential besteht, dass sich Bibliotheken und Bibliothekare in der Weiterentwicklung der Tools mit ihren Dienstleistungen – insbesondere Normdateien im Kontext von (Linked) Library Open Data – einbringen bzw. eingebracht werden.

Dem Beitrag schloss sich eine kleine Diskussion mit Philipp Zumstein und Sebastian Karcher an. Ausgehend von Beitrag und Kommentaren ist ein Journalartikel mit dem Titel „Zur Nachnutzung von bibliographischen Katalog- und Normdaten für die persönliche Literaturverwaltung und Wissensorganisation“ entstanden. Dieser, geschrieben von Philipp Zumstein und mir, ist ganz frisch im Heft 4 des aktuellen Jahrgangs von ABI-Technik veröffentlicht worden.

Positiv und entscheidend für uns als Autoren war und ist es, den Artikel in der Verlagsfassung auch sofort frei zugänglich machen zu können. Als Open Access-Parallelveröffentlichung ist dieser auf dem Repositorium der UB Mannheim zu finden: https://ub-madoc.bib.uni-mannheim.de/39937

So fällt das weitere Diskutieren, gerne hier über die Kommentarfunktion, viel leichter.

Matti Stöhr

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Zitierfähigkeit von Software

Ein interessanter Eintrag zum Thema Zitieren von Software auf der Homepage der UB der TU Hamburg-Harburg.

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Zitieren in Office 2.0-Dateien von Google

Eine App von EasyBib sorgt in Google Drive neuerdings dafür, dass man Zitationen in gängigen US-amerikanischen Formaten (MLA, APA u.a.) in GoogleDocs-Dokumente und Spreadsheets einfügen kann:

„Citing sources is about to get much easier for the millions of students who use Google Docs to write papers. The EasyBib Bibliography Creator helps you cite books, journals, and websites in MLA, APA, and Chicago style by entering in titles, journal article names, and websites right inside your document.“

[via Google Drive Blog; ursprünglich darauf aufmerksam geworden bin ich durch Free Technology for Teachers]

Jürgen Plieninger

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Deutsche (Neu)Ausgabe der “DIN ISO 690:2010“

Das Weblog Nachrichten für Öffentliche Bibliotheken in NRW weist darauf hin, dass DIN 1505 (Zitierregeln) zurückgezogen werden soll und durch die deutsche (Neu)Ausgabe der “DIN ISO 690:2010 – Information und Dokumentation – Richtlinien für Titelangaben und Zitate von Informationsressourcen” ersetzt werden soll. Hierfür gibt es jetzt ein Stellungnahmeverfahren, man den Normentwurf nach einmaliger Registrierung im Normenentwurfsportal bis Ende Februar 2013 einsehen und kommentieren unter http://bit.ly/RQMybp. – Ich habe kurz hineingeschaut: Leider ist es auch weiterhin möglich, den Vornamen einer Autorin/eines Autors abzukürzen. Das war schon zu erwarten, da manche us-amerikanische citation styles standardmäßig mit abgekürzten Vornamen arbeiten, doch ist dies in meinen Augen eine der unseligen „Pfadabhängigkeiten“ (man kann auch Traditionen dazu sagen) aus der Ära der Zettelkataloge, als man Platz sparen musste.

Jürgen Plieninger

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Google Docs Research tool: Literaturverwaltung ultralight

Anscheinend gibt es dieses Feature schon seit über einem Monat (vgl. frühe Rezensionen auf Englisch und Deutsch), aber erst heute bin ich (dank @grumpf) darauf aufmerksam geworden: In Google Docs kann man eine Sidebar einblenden, in der man eine Web-Recherche nach Zitaten und deren Quellen (optional beschränkt auf Google Scholar) durchführen kann. Die Treffer lassen sich dann, formatiert im MLA-, APA- oder Chicago-Zitierstil, als Quellenangabe ins Dokument einfügen.

Das Ganze ist mal wieder typisch Google: äußerst simpel und dadurch einerseits einfach zu bedienen, aber andererseits lässt der Funktionsumfang zu wünschen übrig. Als Bibliothekarin oder Bibliothekar jedenfalls wird man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ob der (hinlänglich bekannten) lückenhaften Datenbasis von Google (Scholar), den Mängeln des Retrievalsystems und der vielen fehlerhaften bibliografischen Metadaten. Das Google Docs Research tool kann nie und nimmer eine ernsthafte Konkurrenz zur Recherche in Bibliothekskatalogen und Fachdatenbanken und zur Verwendung eines vollwertigen Literaturverwaltungsprogramms sein. Sollte man meinen.

Aber meint das auch „der Benutzer“, dieses unbekannte, legendäre Fabelwesen? Oder handelt es sich bei diesem Tool um „the death knell for libraries„? Werden künftige Generationen von Studierenden ihre Hausarbeiten komplett in Google Docs erstellen, ohne je eine Bibliothek (physisch oder virtuell) zu nutzen? Und sollten Bibliotheken, angesichts einer solchen Entwicklung, nicht Google nach Leibeskräften unterstützen?

Zum Thema Literaturverwaltung mit Google Docs siehe auch Zitieren mit URIs: Anfang vom Ende der Literaturverwaltung.

Martin de la Iglesia

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Literaturangaben normgerecht generieren

Nich immer lassen sich Studierende davon überzeugen, dass ein Literaturverwaltungssystem für sie eine gute Unterstützung ist. Und manchmal stellt sich wirklich die Frage, ob für ein Referat eine Einarbeitung in ein bestimmtes System notwendig ist, wenn auch sicherlich ein Einstieg mit einer kleinen Arbeit erstmal ein guter Anfang ist. Häufig jedoch werden nur ein paar Literaturquellen angegeben, die dann möglichst einheitlich zitiert werden sollen.

Der Literatur-Generator, der derzeit gerade aufgebaut wird, schließt die Lücke zwischen einem umfassenden Literaturverwaltungsdienst und der einfachen aber einheitlichen Ausgabe einzelner Literaturangaben. Der Generator unterstützt die folgenden Zitationsvorlagen: DIN 1505, DIN 1505-2, MLA, Standard 1 , Standard 2 und EndNote. Außerdem können die Angaben in BibTeX ausgegeben werden, um eine Weiterverarbeitung mit LaTeX zu ermöglichen.

Mehr Informationen gibt es im folgenden Video-Tutorial:

Dörte Böhner

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Zitieren mit URIs: Anfang vom Ende der Literaturverwaltung

Alf Eaton stellt in HubLog ein Skript vor, daß er für Google Texte & Tabellen (kurz Google Docs) geschrieben hat. Nach Installation des Skripts innerhalb der Google-Dienste

  • durchsucht es auf Anforderung ein Dokument nach DOIs,
  • ermittelt anhand dieser DOIs gleichförmig aufgebaute, gut lesbare Quellenangaben,
  • erstellt aus diesen Quellenangaben eine Bibliographie im Anhang des Dokuments, und
  • ersetzt abschließend die DOIs im Dokument mit durchnummerierten Angaben, die auf die vollen Quellenangaben im Anhang verweisen.
  • Als Schmankerl wird das Dokument ganz zum Schluß in ein PDF umgewandelt und seinem Autoren per E-Mail zugeschickt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Nachlese zum Bibliothekartag 2011 und zum frei-tag- – Vom Einfluss des Aufbaus virtueller Forschungsumgebungen auf die Literaturverwaltung und die (mögliche) Rolle der Bibliotheken

In der Zusammenstellung der Konferenzangebote zum Thema Literaturverwaltung schrieb ich:

Im weiten Sinne, nämlich im Gesamtkontext (der Zukunft) des wissenschaftlichen Arbeitens, könnten die Beiträge zum Thema Informationsinfrastrukturen und Umgang mit Forschungsdaten ebenso Schnittmengen zur Literaturverwaltung enthalten. So findet am Dienstag von 16 bis 18 Uhr im Raum ECC 1 die Session „Umgang mit Forschungsdaten – Was erwartet die Wissenschaft von den Bibliotheken? “ statt. Am darauffolgenden Mittwochvormittag werden von 9 bis 12 Uhr im ECC Raum 3  unter dem Sessiontitel „Virtuelle Forschungsumgebungen – Was geht das die wissenschaftlichen Bibliotheken an?“
Schwerpunkt einer Reihe von Vorträgen sowie von einer Podiumsdiskussion sein.

So explizit wie ich es erhofft hatte, kam Literaturverwaltung in den Beiträgen nicht vor. Die thematisierte Zitierbarkeit von Forschungsdaten war jedoch ein Aspekt, welcher eng damit zusammenhängt. Nach den eher allgemein gehaltenen, einführenden Beiträgen von Gert G. Wagner (Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten, Berlin) und Stefan Winkler-Nees (DFG, Bonn) war diesbezüglich der Vortrag mit dem Titel Die wissenschaftsorientierte Publikation von Forschungsdaten – Voraussetzungen, Modelle, Umsetzung“ von Sünje Dallmeier-Tiessen (CERN, Genf) im Rahmen der Diensttags-Session aus meiner Sicht besonders anregend. (Leider sind die Beiträge noch nicht auf dem OPUS-Server des BIB zu finden.) So naheliegend wie anschaulich zeigte die Referentin, in welchen unterschiedlichen Konstellationen Forschungsdaten publiziert werden können – so zum Beispiel vor der Veröffentlichung der Orginalpublikation, parallel dazu sowie je nach konzeptioneller Planung oder rechtlicher Lage, nach der Veröffentliung von Journalartikel o.ä. Wichtig ist letzendlich, dass die Forschungsdaten zitierfähig ergo eindeutig referenzierbar sind – z.B. durch eine DOI.

Den Rest des Beitrags lesen »

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Zitierstile – ein Thema für Bibliotheken?

Letzte Woche habe ich mein Exemplar des 2010 erschienenen Chicago Manual of Style, 16th ed. erhalten. Erst wenn der über 1000 Seiten (davon über 150 zum Thema „Documentation“) umfassende Wälzer vor einem liegt, wird einem so richtig deutlich, dass der kostenlos zugängliche Chicago-Style Citation Quick Guide völlig unzureichend ist, um den Chicago-Zitierstil korrekt anzuwenden. Das Erstaunliche ist nun, dass es hier in der ZBW zuvor überhaupt kein Chicago Manual gab – weder die 16. noch eine ältere Ausgabe, weder gedruckt noch online, weder in den Lesesälen noch als Dienstexemplar. Dabei ist der Chicago Style in den Wirtschaftswissenschaften relativ weit verbreitet (wobei die allermeisten wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften zugegebenermaßen auf selbstgestrickte, meist kaum spezifizierte Zitierregeln setzen).

Dadurch bestätigt sich mal wieder mein Eindruck, dass Zitierstile von Bibliotheken nicht als Thema angesehen werden. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Produzieren von Literatur liegt traditionell im Hoheitsbereich der Wissenschaftler/-innen selbst, während Bibliotheken ihnen lediglich beim Rezipieren von Literatur behilflich sind. Außerdem haben Bibliotheken mit RAK & Co. ihre ganz eigenen Regeln, um bibliographische Daten zu formatieren.

Diese Einstellung ist gerade im Zusammenhang mit Literaturverwaltung bedauernswert, da das automatische Formatieren von Metadaten ein wichtiger Bestandteil der meisten Softwareprodukte aus diesem Bereich ist.  Viele Literaturverwaltungssysteme brüsten sich mit ihren Hunderten oder gar Tausenden von Output Styles, die angeblich mühelos korrekt formatierte Literaturangaben erzeugen. In den seltensten Fällen trifft das tatsächlich zu, denn die resultierenden Literaturverzeichnisse sind so gut wie nie fehlerfrei. Aber wie sollte man das überprüfen, bewerten und darauf hinweisen können, wenn man nicht mit dem entsprechenden Zitierstil vertraut ist?

Martin de la Iglesia

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Literaturverwaltung „beyond the PDF“ – Ein Forschungsfeld für Bibliotheken?!

Lambert Heller rezipiert und diskutiert im neuesten Beitrag seines Weblogs Biblionik unter dem Titel Beyond the PDF, oder: Wege zum wissenschaftlichen Publizieren 2.0 und zur Bibliothek 2.0 die Thesen und Beiträge des kürzlich an der Universität San Diego durchgeführten, gleichnamigen Workshops. Angesichts der gegenwärtigen Publikationskultur bezeichnet Heller die  inhaltliche Ausrichtung der  Kernthemen, zum ersten die Weiterentwicklung originärer Web-Medien zu vollwertigen wissenschaftlichen Publikationswerkzeugen sowie zum zweiten die Erforschung des Publizierens mit dem Ziel der besseren Unterstützung wissenschaftlicher Autoren und ihrer Rezipienten im Web, als „von vornherein größenwahnsinnig“ und nicht so schnell durchsetzbar, teilt aber Überzeugung der Vorteile alternativ zu entwickelnder Publikationsworkflows:

“ Originäre Web-Werkzeuge und -Konzepte wie HTML, Wikis, Weblogs, Alternative Metriken etc. sind grundsätzlich besser dazu geeignet, die Potentiale des Webs für das wissenschaftliche Publizieren zu heben. Iterative und Mikro-Publikationen, Interaktion und Nachnutzbarkeit von Forschungsergebnissen, transparente und entwicklerfreundliche Werkzeuge seien hierzu nur als Stichworte genannt.

In Thematisierung der (Weiter-)Entwicklung von Autorenwerkzeugen spielt nicht zuletzt auch die Implementierung von Literaturverwaltungsfunktionen bzw. die Erstellung formatierter Literaturlisten eine zentrale Rolle. Lambert Heller führt aus, dass aufgrund des Fokusses auf die klassischen Desktop-Textverarbeitungsysteme bis dato kaum zufriedenstellende Lösungen vorhanden sind und innovative Ansätze jedoch abseits der offiziellen Softwarentwickler existieren:

Martin Fenner zeigt [vgl. dazu auch den Hinweis in diesem Blog], wie dieses Defizit mit Hilfe der Konzepte von WordPress behoben werden kann. Sein Plugin greift die ohnehin in WordPress vorhandene Linkverwaltung auf und integriert sich als Funktion zum Suchen und Einfügen vollwertiger Quellenangaben in den Blogeditor. Dieser Lösungsansatz ist pragmatisch und elegant. Ob RefWorks, Mendeley, Zotero, Citavi, EndNote Web & Co. irgendwann einmal WordPress-Plugins zur Integration mit der eigenen Online-Literaturliste herausbringen? (Vgl. die von unabhängigen Entwicklern bereitgestellten rudimentären WordPress Plugins für BibTeX, BibSonomy und CiteULike.)

So steht angesichts dieser ersten, unkoordiniert anmutenden Schritte zwangsläufig die Frage im Raum, ob und inwiefern Bibliotheken hier systematisch agieren und Mehrwerte für AutorInnen zur Unterstützung des Publizierens im Web über das PDF hinaus schaffen können.

Nachtrag: Ich habe unsäglicherweise versäumt, den unlängst erschienen ausführlichen Workshop-Bericht inkl. Vortragsfolien von Martin Fenner zu erwähnen.  Empfehlenswert, insbes. wegen der Diskussion eines neuen Publikationsformates: „ePub“!

Originäre Web-Werkzeuge und -Konzepte wie HTML, Wikis, Weblogs, Alternative Metriken etc. sind grundsätzlich besser dazu geeignet, die Potentiale des Webs für das wissenschaftliche Publizieren zu heben.

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