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Literaturverwaltung kompakt 7/2013 – erster Teil: Softwarenachrichten

Mehr Volltexte finden, noch schneller zitieren – Citavi 4.2 erschienen

Bereits zwei Wochen nach dem letzten, schon ewig zurückliegenden, sechsten Kompakt-Post des aktuellen Kalenderjahrs hat Swiss Academic Software ein zweites Update für Citavi 4 veröffentlicht. Zum Überblick an dieser Stelle die Neuerungen in der Zusammenfassung:

  • Berücksichtigung von mehr Quellen bei der Volltextsuche nach Journalartikeln
  • Schnelleres Arbeiten des Word Add-Ins
  • Unterstützung von LibreOffice 4 (nur Publikationsassistent)
  • Wiederherstellung der Option zum Scan einer TeX-Datei für die Erstellung einer BibTeX-Datei, welche auschließlich die tatsächlich zitierten Titel enthält.
  • Mit Chrome- und Firefox-Picker sind Kindle Highlights übernehmbar

Sie wurden zusammen mit einer Vielzahl von nicht minder wichtigen Fehlerkorrekturen implementiert, welche auf einer eigens eingerichteten Newsseite im Citavi-Kundenportal etwas genauer beschrieben sind. Mitte Oktober wurde dann explizit im Falle eines Umstiegs auf Windows 8.1 zu einem Update auf Citavi 4.2 geraten, da es bei der Vorgängerversion zu einem schweren Fehler bei der Öffnung von Projekten kommen kann.

Serendipity und mehr – Mendeley in neuester Version u.a. mit erweiterten Recommenderfeatures

Anfang Oktober wurde Mendeley Desktop 1.10 veröffentlicht. Zu den Neuerungen, vorgestellt in diesem Newspost im Produktblog, gehört neben einer neuen Option zur automatischen, zitierstilabhängigen Abkürzung von Journaltiteln insbesondere das Feature Related Search. Mit diesem kann man aus dem Desktopprogramm heraus ähnliche Artikel zu bestimmten, markierten Publikationen der eigenen Sammlung finden, empfohlene Publikationen (Nachweise wie bestenfalls Volltexte) direkt importieren und selbstverständlich davon abgeleitet wiederum Empfehlungen erhalten. (Als Anregung zum Thema Recommenderfunktionen und die Herangehensweise von Mendeley an das Thema, ist u.a. auch der Blogbeitrag Mendeley at ACM Recommender Systems 2013 von Mendeleys Senior Data Scientist Mark Levy interessant, der darin unter anderem seine Vortragsfolien bereitstellt.)

Darüber hinaus wurde Mitte November  Mendeleys kostenfreie  iOS-App in der Version 2.1.0 neu aufgelegt, verbunden mit dem Start eines Nutzervoting zur priorisierten Weiterentwicklung.  (Unmittelbar nach der Veröffentlichung der „New Mendeley for iPad and iPhone “ zum Septemberende hagelte es Kritik, insbesondere weil es keine offizielle Unterstützung für Android gibt, vgl. die Kommentare.) Außerdem hat Mendeley ein neues Resource Center als zentralen Anlaufpunkt für die Hilfe zur Selbsthilfe rund um die Mendeley-Produktfamilie aus der Taufe gehoben. Es scheint das ältere mit Google Sites erstellte Angebot abzulösen, welches jedoch seinen Sinn und Charme darin hat, dass unterschiedliche Zielgruppen (u.a. Bibliothekare als Mediatoren) angesprochen werden.

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Hindernis effektiver Literaturverwaltung – Fehlende Metadaten in elektronischen Volltexten

Ich habe in den letzten zwei Monaten rund 200 Titel in das Literaturverwaltungsprogramm Citavi eingepflegt. Und bei allen Dokumenten aus dem Netz (n=54) – bis auf ein einziges (von einer Frau!) – mangelhafte Metadaten eingelesen. Das betrifft im Netz veröffentlichte Gutachten, Berichte, Dissertationen, Diplomarbeiten: Hier sind die Metadaten in den Dokumenten so schlecht eingepflegt, dass sie schlicht unbrauchbar sind. […]

Prägnant macht sich Christiane Schulzki-Haddouti im KoopTech-Blog  ihrem Ärger über unzureichende Metadatenanreicherung elektronischer Volltexte Luft, auch mit einer klaren Kritik  in Richtung Bibliotheken / Bibliothekare:

Und liebe Bibliothekare: Bei Sammelwerken werden oftmals die Herausgeberschaft bzw. die weiteren Co-Herausgeber nicht oder unvollständig angezeigt. Auch das erfordert wieder Nacharbeit. Ist für mich auch unverständlich.

Jeder wissenschaftlich arbeitende Mensch, welcher zur Effektivierung der Literaturarbeit eine entsprechende Software benutzt, kann diesen Ausruf nur zu gut nachvollziehen. Versuche,  Volltext-Dokumente im Zuge der Aufnahme von Publikationen in Citavi & Co. einzubinden und in gleichem Arbeitsgang die jew. Metadaten dabei zu haben, sind oftmals von mäßigem Erfolg.  Nicht nur Graue Literatur stellt hier ein Problem dar, sondern ebenso Zeitschriftenartikel etc. sind erfahrungsgemäß unzureichend mit Metadaten versehen. Umso nachvollziehbar wie wichtig ist der Apell an die unterschiedlchen Akteure – WissenschaftlerInnen / Autoren und Informationsdienstleister , die Metadaten-Anreicherung von elektronischen Dokumenten und damit auch ihrere Verfüg- wie Nachnutzbarkeit konsequenter zu verfolgen.

Initiativen bzw. Gedanken zur Ablösung des PDF’s, wie sie auch u.a.  in einer Sesion auf dem 4. Bibcamp diskutiert wurden und perspektivisch für eine alternatives, elektronisches Publizieren stehen, sind mit Blick auf die unterschiedlichen Publikationskulturen in den Wissenschaftsdisziplinen, werden m. E. kurz- und mittelfristig in der Breite nicht erfolgreich sein. Es gilt vielmehr darum, das gescholtene Format konsequent auszunutzen, so in diesem verwertbare bibliographische Daten zu hinterlegen. Bibliotheken mit ihren OPACs und in ihrer Rolle als Betreiber von Repositorien, so auch Verlage und andere Institutionen als Anbieter von (Volltetxt)-Literaturdatenbanken müssen offensichtlich mehr Energie dafür aufwenden, 1. die AutorInnen dabei mit (mehr) intuitiv nutzbaren Werkzeugen zu unterstützen und 2.  ihr Volltextportfolio per se besser für die persönliche Literaturverwaltung handhabbar zu machen.

(Via netbib-Weblog)

Matti Stöhr

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