Literaturverwaltung & Bibliotheken

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Wissenspool und Austauschplattform für Bibliotheksservices im Bereich Literaturverwaltung

BibSoup – Für die Organisation offener bibliographischer Daten

In diesen Tagen macht ein weiteres Softwareprojekt zur Literaturverwaltung mit einem Beta-Launch auf sich aufmerksam. BibSoup ist eine britische, von JISC geförderte, OpenSource-Webapplikation der Open Knowledge Foundation. Das Projekt ist insofern besonders interessant, da es sich mit Bibserver nicht nur einem – extra dafür entwickelten – offenen und damit nachutzbaren Softwareframefork für das Teilen bibliographischer Daten bedient, sondern die Daten selbst in einem (fast) neuen freien Format (BibJSON – modifiziertes JSON) organisiert werden, welche den Prinzipien zu offenen bibliographischen Daten zugrundeliegen. Auf der “About”-Website heißt es so poetisch wie pragmatisch:

The BibSoup is our metaphor for an ocean of open bibliographic records represented in BibJSON, and freely available in bulk for reuse.

The use of lightweight technology has allowed us to create a radically new approach towards the collection of Open bibliography. Conventional wisdom would suggest that all bibliographic records should be normalised and validated by a central authority. In BibJSON, we take the view that any Open bibliographic record (with its provenance) is potentially valuable, even though there may be duplicates referring to “the same bibliographic object”. The question of determining whether two records relate to “the same object” is difficult and controversial and BibSoup deliberately avoids this. It consists of a number of collections of bibliography (initially in STM areas) united by a common syntax. It is left to humans and machines to develop annotations and equalities between the components of these collections. Thus, for example, various records for “the same paper” may be found in arXiv, DBLP and possibly even Medline.

The BibSoup approach encourages the contribution of Open bibliography without the overhead of de-duplication at contribution time. We expect that, as it grows, services will develop that help users and maintainers to manage the information. De-duplication into a central repository may be one solution (with the presumed platonic identity of STM bibliographic entries), but we also expect that software based on RDF will allow tools to manage alternative representations of bibliographic data, leaving the choice to the user as to what strategy they take. In short, current STM bibliography is a distributed mess. BibSoup takes this as a starting point and, where the political will and financial support is available, offers methods for tidying this up.

So a BibSoup is just a collection of bibliographic records represented in BibJSON and made available to other people. It may be on one instance of BibServer, in a file, or all of these combined; it is just a matter of scope.

[...]

Eine Entwicklung, die es sich uneingeschränkt zu beobachten bzw. auszuprobieren lohnt! Im FAQ-Bereich steht bereits allerlei Informationsmaterial, darunter Videos, bereit.

Via VÖBBLOG.

Matti Stöhr

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TUHH Bibliotheksblog über Literaturverwaltungsprogramme

Neulich widmete sich Beate Rajski im TUHH Bibliotheksblog dem Thema “Literaturverwaltungsprogramme im Überblick“. In diesem Blogpost werden die Systeme Citavi, Zotero und Mendeley empfohlen, sowie die Konsultation des (aktuellen und schön übersichtlichen,) ebenfalls “Literaturverwaltungsprogramme im Überblick” betitelten PDFs der SLUB Dresden. Schade: Weder in Harburg noch in Dresden scheint man meine persönlichen Favoriten BibSonomy und JabRef für erwähnenswert zu halten. JabRef wird immerhin auf einer anderen Webseite der TUB HH erwähnt (sowie von Bernhard Tempel in einem Kommentar zu besagtem Blogpost), einschließlich des JabRef-GVK-Plugins. Dieses Plugin kannte ich auch noch nicht und ich habe es bislang nicht ausprobiert, glaube zudem, dass die Schnittmenge aus GVK- und JabRef-Nutzerinnen und -Nutzern eine äußerst kleine sein dürfte, begrüße aber grundsätzlich Entwicklungsbemühungen, die eine verbesserte Interoperabilität von Literaturverwaltungssystemen und OPACs zum Ziel haben.

Martin de la Iglesia

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Qiqqa – der neue Stern am Literaturverwaltungshimmel?

Soweit ich es überblicken kann, wurde Qiqqa im deutschsprachigen Raum noch gar nicht wahrgenommen. Es ist Zeit dies zu ändern, denn ein intensiver Blick auf das proprietäre, aber kostenfreie Produkt scheint sich zu lohnen. Ein vierköpfiges (Doktoranden-)Qiqqa Logo (von der Programmwebsite)Team aus dem Umfeld der Cambridge University, hinter dem ein – eher zugeknöpfter – britischer Investor namens Quantisle Ltd. operiert, ist für die 2010 erstmals eingeführte Software verantwortlich. (Vgl.  für einen schnellen Überblick die Qiqqa-Seite in der engl. Wikipedia)

Sehr selbstbewusst – da preisgekrönt, wie man gleich auf der Programmstartseite erfährt – werden die Funktionalitäten des kombinierten Systems – zur Zt. Windows-Client mit sog. ergänzender Web-Library zur Synchronisation, plattformunabhängigem Zugriff sowie Organisation kollaborativer Literaturverwaltung – vorgestellt und mit den Markt-Konkurrenten verglichen.

Neben den Grundfunktionalitäten der Literaturverwaltung sind es vor allem Zusatzfunktionen und das gegenwärtige Geschäftsmodell, welche Qiqqa als Alternative zu den etablierteren Programmen interessant machen. Aus meiner Sicht sind das vor allem:

  • Integrierte  Brainstorming- und MindMapping-Funktion (Citavi lässt grüßen);
  • Umfangreiche Funktionen zur Arbeit  mit Volltexten (äquivalent zu Mendeley);
  • Die Erschließungsfunktionen, allen voran das Autotagging;
  • Unterstützung mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets (noch ausschließlich Android) :
  • Kostenfreie Nutzung mit 200 MB freier Speicher für Ablage von Dokumenten bzw. Volltexten – danach vergleichsweise geringe, gestaffelte Gebühren  (günstiger als bei Zotero und Mendeley) – Gewisser Beigeschmack: Die Überschrift “Unlimited Storage” ist gewissermaßen irreführend, suggeriert kostenfreien unbegrenzten Speicherplatz. Zudem sollte man wissen, das Amazon als Partner bei dem Angebot fungiert.

Diverse, standardmäßige Hinweise und Tools zum Einstieg und zur Benutzung stehen mit Screencasts sowie FAQ- und Hilfebereich bereit. (Brauchbare) umfangreichere, differenzierte Testberichte abseits tabellarischer Vergleiche habe ich im Zuge einer kurzen Recherche  hier und bei – lustiger Name -  University Ninja entdeckt, beide geschrieben während der Frühphase des Produkts. Eine weitere  Einschätzung jüngeren Datums  findet man aber u.a. auch hier.Noch etwas dünn das Ganze, da heißt es wohl Qiqqa selber auszuprobieren – und z.B in Form eines Gastbeitrags Stärken und Schwächen genauer zu beschreiben. ;-)

In jedem Fall schön zu sehen, dass die Software in der Nutzung (schon) von einigen Bibliotheken unterstützt wird. So bietet die Metropolitan New York Library Council einen umfangreichen Qiqqa-LibGuide an, ebenso die Fondren Library der Rice University in Houston/Texas. (Vgl. hier) Neuigkeiten zum Programm dürfen freilich nicht in Cambridge, der Produkt-Heimat, fehlen. So informiert die  Balfour & Newton Library, Zweigbibliothek des universitären zoologischen Instituts, in deren Blog über die Verfügbarkeit das Android-Addons

Matti Stöhr

PS: Das höchst gewöhnungsbedürftige Logo kann für meinen Geschmack nur in einem Pub nach ein paar Pints entstanden sein, anders lässt sich das geflügelte Hirn nicht erklären.

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“Zotero 3.0 Is Here!”

Ganz frisch – und zwar gestern – wurde nach einer langen Betaphase (seit August 2011) nun das offizielle Erscheinen der stabilen Version 3.0 von Zotero verkündet. Für die Beta-User wie Martin Fenner ist das natürlich nichts Neues, aber man kann durchaus die Neuerungen wiederholen: Neben der Standalone-Variante, die eine Offline-Anwendung möglich macht, ist das genuine Firefox-Browserplugin über sogenannte Connectors nun auch mit Googles Chrome und dem Safari-Browser nutzbar.  Hinzu kommen eine “lang ersehnte” Dublikaterkennung sowie ein überarbeitetes Plugin für Textverarbeitungsprogramme wie MS Word oder dem Open Office Writer.

Zotero zeigt sich damit zunehmend flexibler und zuverlässiger.

Matti Stöhr

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Wissensorganisation und Literaturverwaltung als Jahresthema an der Universität Zürich ausgerufen

Eine ganz spannende, nachahmenswerte Aktion wird 2012  an und von der Koordination E-Learning der Philosophischen Fakultät der Zürcher Universität auf die Beine gestellt:

Dieses Jahr werden wir uns schwerpunktmässig dem Thema “Wissensorganisation und Literaturverwaltung” widmen. Solche Arbeitsprozesse bilden zentrale, aber auch sehr aufwändige Tätigkeiten im akademischen Alltag. Digitale Werkzeuge können dabei einen wesentlichen Beitrag leisten. Wir werden zu diesem Thema Beratungen, Workshops und Institutsbesuche anbieten

Die Auftaktveranstaltung fand bereits am 16. Januar statt, wurde aufgezeichnet und frei abrufbar ins Netz gestellt. Daneben findet sich eine lange, vielversprechende Workshopliste.  Ich bin – aus der Ferne – gespannt, welche Resonanz das Angebot erfährt , welche Erfahrungen gemacht werden und hoffe den einen oder anderen Bericht im Weblog der Arbeitsgruppe lesen zu können. Gerne natürlich auch als Gastbeitrag hier bei uns. ;-)

Matti Stöhr

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Bibliographix in neuer (kostenloser) Version verfügbar

Jürgen Plieninger hat die Softwareaktualisierung von  Bibliographix auf Version 9 mit neuem Geschäftsmodell (Nutzung ist als Freeware kostenlos, Support je nach Bedarf kostet einen bestimmten Betrag) im Netbib-Weblog unlängst thematisiert. Im Sinne eines allgemeinen Hinweises  – ist dem wenig hinzuzufügen, da im – ebenso verlinkten – Blog “Lehren und Lernen im 21. Jahhundert” in gleich drei Beiträgen die Neuerungen vorgestellt werden. Ein eigener Test aus der Redaktion wird sicher folgen.

In jedem Fall besteht die Chance, dass Bibliographix nun verstärkt als Alternative für die “großen Player” entdeckt werden kann, auch von Bibliotheken. Plieninger regt dies ebenso an. Bis dato ist mir lediglich die UB Konstanz bekannt, welche für Bibliographix einen umfangreicheren Support anbietet.

Matti Stöhr

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Mendeley kündigt “Institutional Edition” an

Wie Mendeley gestern verkündete, wird es eine “Mendeley Institutional Edition” geben. Dafür hat sich Mendeley mit dem im Bibliotheksbereich bekannten Subskriptionsdienstleister Swets zusammengetan. Die Liste der geplanten Features ist eine Mischung aus allerlei Dingen, die man im Grunde schon mit der bisherigen Version auf andere Weise lösen könnte (“Have teachers set up course packs to direct students to important content”) und möglicherweise tatsächlich nützlichen Komponenten (“Utilize link resolvers to facilitate speedy access paths to information”). An der kostenlosen Demo habe ich allerdings noch nicht teilgenommen und möchte mir daher noch kein endgültiges Urteil darüber erlauben, ob es bei der “Mendeley Institutional Edition” wirklich um die Bedürfnisse der Institutionen, Bibliotheken und Benutzerschaft geht, oder nur um Monetarisierung.

Martin de la Iglesia

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1.000 Antworten auf die Frage: Literaturverwaltung — Was benutzen Sie, was brauchen Sie?

Vor drei Monaten war u.a. hier im Blog die Umfrage der TIB/UB Hannover zum Thema Literaturverwaltung angekündigt worden. Herausgekommen ist ein Einblick in die aktuellen Kenntnisse und Bedürfnisse von Literaturverwaltungs-Benutzern, der seinesgleichen sucht. Es sind nicht weniger als 1.000 Antworten eingegangen. Die Rohdaten der Antworten finden Sie hier; eine interaktive HTML-Seite, um ad hoc eigene Filtersets auszuprobieren, hier. Ich freue mich über jede Auswertung oder Darstellung der Daten durch interessierte Dritte!

In diesem Artikel will ich mich darauf beschränken, naheliegende Fragen zum Datenmaterial zu beantworten, sowie einige erste Hinweise auf interessante Zusammenhänge insbesondere zwischen Fächerzugehörigkeit und Literaturverwaltungs-Kenntnissen bzw. -Wünschen zu geben. Ich bitte um Fragen, Kritik und Ergänzungen.

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Top 10 der bibliothekarischen Servicewebsites für Mendeley

Im aktuellen Mendeley Librarian Newsletter hat der Software-Hersteller seine Top 10 der LibGuides, der – ausschließlich amerikanischen – Bibliothekswebsites die sich vornehmlich der Dienstleistungen rund um Mendeley widmen, gekührt:

Another major accomplishment in 2011 was helping to make education material and other resources available at local libraries. To highlight our outreach efforts, we’d like to present our 10 favorite Mendeley Libguides for 2011.  
  1. New York Metro
  2. Princeton University
  3. Wake Forest University
  4. University of Illinois at Urbana-Chamapign
  5. University of Hawaii at Manoa
  6. Rice University
  7. Massachusetts Institute of Technology (MIT)
  8. Cambridge University
  9. University of Manitoba
  10. University of California, Berkeley

Diese Liste ist sicherlich geeignet zur ein oder anderen Anregung für ein äquivalentes Angebot deutscher Bibliotheken – als eine Alternative zu den etablierten Programmen Citavi und EndNote.  Auffällig jedenfalls  ist, dass die Mehrheit der genannten Bibliotheken umfangreiche Informationen zu gleich mehreren Programmen anbietet.

Update: Jetzt gehen auch endlich die Links, danke an Lambert für den Hinweis

Matti Stöhr

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Mendeley/PLoS API Binary Battle

Beim Mendeley/PLoS API Binary Battle wurden im Lauf der letzten Woche die knapp 40 teilnehmenden Projekte bekanntgegeben. Bei diesem Wettbewerb werden die besten Anwendungen prämiert, die auf der API von Mendeley und/oder PLoS basieren. Die Gewinnerprojekte werden erst am 30. November gekürt, aber aus meiner persönlichen Sicht sind die folgenden Anwendungen (zumindest vom ersten Eindruck her) die interessantesten:

  • Vyzkumap von Mispy visualisiert das Netzwerk zwischen Artikeln, die laut Mendeley eine gewisse inhaltliche Ähnlichkeit aufweisen. Solange man nicht Mendeleys “related articles”-Algorithmus grundsätzlich anzweifelt, kann man viel Spaß beim Durchklicken durch den Beziehungsgraphen haben.
  • Ebenfalls von Mispy stammt Map My Field, das auf einer Google-Maps-Karte die Standorte der Mendeley-User (sofern in deren Profil angegeben) anzeigt, geordnet nach den (von Mendeley definierten) wissenschaftlichen Disziplinen, die sie als ihr Fachgebiet angegeben haben.
  • Eine ganz andere Art der Netzwerkvisualisierung hat eine Informatikgruppeder Indiana University Bloomington produziert: Mendeley’s Evolving Network of Expertise and Knowledge ist eine PDF-Datei, die zwar statisch, aber sehr groß bzw. detailreich und zoombar das disziplinäre Netzwerk von Mendeley-Gruppeneigentümern darstellt. Sehr speziell, aber hübsch gemacht.
  • Das lustig betitelte TiNYARM (“This is Not Yet Another Reference Manager”, K. U. Leuven) lenkt auf spielerische Weise die Aufmerksamkeit von den Metadaten hin zu dem, was man mit den ganzen Texten macht (oder machen sollte): Lesen. In TiNYARM kann man Leselisten anlegen und seinen persönlichen Fortschritt beim Abarbeiten derselben durch Lektüre (“read”) oder zumindest Überfliegen (“skim”) dokumentieren (ähnlich wie bei ididwork) und mit anderen Nutzerinnen und Nutzern vergleichen.
  • Auch zur artikel- und/oder personenbezogenen Impactmessung auf Grundlage von Mendeley-Daten (was ja auch total-Impact außerhalb des Wettbewerbs macht – wir berichteten) wurden mehrere Ansätze eingereicht. ScienceCard von Martin Fenner aggregiert Zitations- und Bookmarking-Zahlen aus mehreren verschiedenen Quellen, während ReaderMeter von Dario Taraborelli nur Mendeley-Readership-Daten verwendet, dafür aber auch für Autorinnen und Autoren ohne Mendeley-Account funktioniert. So hat beispielsweise Albert Einstein laut ReaderMeter einen H-Index von 18. Wie immer muß man hier natürlich die Unzulänglichkeiten in Abdeckung und Qualität der zugrundeliegenden Datenbasis berücksichtigen.

Soweit ich das sehen konnte, sind übrigens zahlreiche Wettbewerbsbeiträge einem universitären Informatik- (oder Bioinformatik-) Umfeld entsprungen, jedoch keiner aus dem Bibliotheksbereich – allerhöchstens Digital Notes & Queries, das anscheinend vom Centre for e-Research am King’s College London betrieben wird.

Martin de la Iglesia

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