Literaturverwaltung

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Aktuelles – Analysen – Austausch zu Software und Services für die persönliche Literatur- und Wissensorganisation

Literaturverwaltung neu gemacht – Eine kleine Zusammenstellung aktueller Softwareentwicklungen (Teil 1)

Der Frühling ist da! Der Beginn dieser Jahreszeit wird bekanntlich oft dafür genutzt auf die eine oder andere Art und Form im wahrsten Sinne des Wortes “Klar Schiff” zu machen. Auf die Weise von “Literaturverwaltung & Bibliotheken” heißt es an dieser Stelle zu sichten, zu ordnen und zusammenzufassen, welche Entwicklungen und Neuerungen sich die Literaturverwaltungssoftwareschmieden in der letzten Zeit haben einfallen lassen. Auf geht’s zum 1. Teil – mit den (kommerziellen) Stand Alone-Programmen und den lizenzpflichtigen, halboffenen Webapplikationen!

Geschlossene, lokale Systeme – Mac im Kommen

Die auf diesem Sektor wohl prägnantesten Neuerungen kamen von der Swiss Academic  Software GmbH und ihrem Produkt Citavi. Am 11. März kam, ein entsprechender Newsletter heraus, aus dem man u.a. erfuhr:

Und während nicht wenige Leute auf die Mac -Version von Citavi warten – der verantwortliche Entwickler Matthias Steffens bezog bekanntlich im Dezember 2010 in einer exklusiven Mitteilung dazu Stellung – bringt die niederländische Firma Mekentosj die Version 2.0 ihrer ausschließlich für den Mac erhältlichen Literaturverwaltungssoftware Papers auf den Markt. Erste, unverkennbar euphorische Test-Eindrücke schrieb Martin Fenner am Tag des Release (8. März)  in seinem Weblog Gobbledygook unter der Überschrift auf. (Vgl. auch die Kommentare)

Bei EndNote gab es kleinere Updates: Die Version X4.0.2 für Windows und Mac gibt es seit Ende Januar bzw. Anfang Februar diesen Jahres.  Hier ging es insbes. um die Verbesserung der CiteWhileYouWrite-Funktion respektive um die Optimierung der  Zusammenarbeit mit Textverarbeitungsprogrammen (v.a. MS Word) .

Halboffene, webbasierte Systeme – Optische Frischzellenkuren

Seit einiger Zeit können Kunden von RefWorks COS sowie Interessierte die Version 2.0 beta nutzen bzw. testen. Gegenüber der Classic Version unterscheidet sich diese v.a. durch ein komplett überarbeites User Interface. Die letzte offizielle Nachricht dazu stammt vom Beginn des Jahres. Da diese Version jedoch bereits im April 2010 veröffentlicht wurde, könnte es wohl nicht mehr lange dauern, bis der Beta-Status aufgehoben wird. Oder?

Ein frisches Upgrade gab es dagegen bei EndNote Web. Kürzlich (in diesem Monat) kam die Version 3.0.1 heraus. Im Kern gibt es folgende Neuerungen, die teils äquivalent zum großen Bruder EndNote sind, so vor allem die Anpassung des CiteWhileYouWrite-Plugins für Word 2011, auch bezogen auf die Mac-Version. Ferner u.a.:  Zugang zu Shibboleth Federations über den Login; Verbesserung der Ergebnisdarstellung  bei chinesisch, japanisch- sowie portugiesisch-sprachigen Titeln, bei OpenURL bzw. SFX-Anfragen.

Im zeitnah erscheinenden zweiten Teil soll es dann um die webbasierten, offenen Literaturverwaltungstools und die kombinierten Systeme gehen. Stay tuned!

Diese Übersicht kann natürlich nur Akzente setzen und ist damit bei weitem nicht vollständig. Hiermit sei dazu eingeladen in den Kommentaren zu ergänzen – insb. Testeindrücke. Aber Achtung: Links auf den stets regelmäßig aktualisierten und  besuchenswerten Softwarevergleich auf der engl. Wikipedia zählen nicht. ;-)

Matti Stöhr

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9 Responses

  1. [...] gesammelt werden. Eine Reihe zu Softwareentwicklungen bei Literaturverwaltungsprogrammen hat Literaturverwaltung & Bibliotheken gestartet. Im ersten Teil geht es um Neuheiten bei den lokalen Systemen Citavi, Papers sowie [...]

  2. Claus Wolf sagt:

    Die RefWorks Beta Version stammt nicht wirklich vom April 2010, sondern das war das Datum zu dem wir in die Beta-Phase gegangen sind. Seitdem haben wir sehr deutlich auf unsere Kunden gehört und immer wieder Verbesserungen eingebracht – aber wir nähern uns tatsächlich dem Ende der Beta-Phase.

    Ich werde Sie und Ihre Leser gerne informieren, sobald wir das Beta-Label entfernt haben und mit der Umstellung unseres Dienstes beginnen.

    Wichtig für alle Nutzer, eine Dual Access Period wird dafür sorgen, dass jede Institution den passenden Zeitpunkt für den Umstieg suchen und finden kann.

    • Matti Stöhr sagt:

      Dankeschön für die Rückmeldung Herr Wolf. Jedoch verstehe ich nicht ganz was Sie meinen . Ich habe die Newsmeldung vom April 2010 und insbes. die Wendung “… has launched RefWorks 2.0″ so gelesen, dass es zu diesem Zeitpunkt konkret diesen wichtigen Release gab, der die wesentlichen Neuerungen am User Interface beinhaltet. (So gab konnte man u.a. im März auf dem Bibliothekskongress bei Ihnen am Stand das neue UI zu erleben.) Die entsprechende Beta-Phase ist ja per se dazu da, den NutzerInnen die Möglichkeiten zum Test der noch nicht gänzlich ausgereiften Software einzuräumen, um diese nicht zuletzt durch Kundenfeedback und -wünsche zu optimieren. Die Pressemitteilung vom Januar informierte darüber, das in der Zwischenzeit offensichtlich einiges passiert ist. In jedem Fall ist / wäre es interessant zu erfahren, inwiefern konkret die Endnutzer selbst und/oder Informationsdienstleister wie etwa Bibliotheken Einfluss auf das bald “fertige” Produkt genommen haben bzw. nehmen konnten. Können Sie dazu etwas sagen?

      • Claus Wolf sagt:

        Dazu könnte man natürlich einen ganzen Bericht schreiben und vielleicht sollten wir uns nach dem offiziellen Launch einmal real oder virtuell zusammensetzen und dann zeige ich Ihnen das gerne am Produkt selbst, wie Kundenfeedback RefWorks verbessert.

        RefWorks 2.0 ist mehr als nur ein neues UI. Einen neuen Skin auf alten Code zu setzen ist sicherlich nicht trivial, aber dafür hätten wir beim besten Willen nicht so viel Zeit in Anspruch genommen. Vielmehr haben wir das Fundament von RefWorks im laufenden Betrieb rund-erneuert und ein neues UI aufgesetzt.

        Das rund-erneuerte Fundament von RefWorks führte auch zu einer umfassenden und vollständigen API, die Basis einiger Projekte wie “Telstar” ist. Diese API ermöglicht jedoch auch eine tiefgreifende Integration mit der neuen ProQuest Plattform, die für Endnutzer zu einer völlig nahtlosen Integration führt.

        Die direkte Einflussnahme unserer Kunden sieht man im Moment wohl am deutlichsten am “Notification System” innerhalb von RefWorks, welches wir nach dem Feedback komplett umgeschrieben haben und innerhalb des UI an eine andere Stelle gesetzt haben.

        Nach dem nächsten Beta-Release wird man noch einige sehr deutliche Anpassungen finden, die auf vielfachen Kundenwunsch basieren.

        Selbstverständlich könnte man dutzende kleine und große Veränderungen nennen, aber ich denke, dies würde den Rahmen eines Kommentars sprengen.

        Beim Kundenwunsch fällt auf, dass die Informationsdienstleister, wie Bibliotheken, sehr umfassendes Feedback liefern, dies in fast allen Fällen extrem gut begründen und uns so eine optimale Entscheidungsgrundlage bieten.

        Es ist allerdings auch der Kundenwunsch und -forderungen, die die Basis unserer Development Pipeline bilden. RefWorks 2.0 wird nach dem Launch nicht “fertig” sein, sondern dann geht es eigentlich erst richtig los. Unsere Kunden dürfen sich auf neue Features freuen!

  3. MSchulz sagt:

    bei der aktuellen EndNote Version X.4.02 gibt es trotzdem noch Probleme mit Macinstosh: bei der Installation auf Macs mit dem Betriebssystem OSX 10.5.8 und Office 2008 (mit allen Updates und Patches) stürzt Word beim Starten ab. Daher sollte man denjenigen Usern noch X.3 empfehlen.

  4. [...] Im1. Teil des kleinen Überblicks zu den Neuerungen auf dem Markt der Literaturverwaltungsprogramme, ging es um Stand Alone-Software sowie um lizenzpflichtige Webapplikationen. Im 2. Teil sei nun das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung jener Programme gerichtet,  welche zum ersten auf den Prinzipien des Social Bookmarkings beruhen und zum zweiten auf solche, welche  eine Kombination von Desktopprogramm mit einem Webpendant darstellen. Und los!! [...]

  5. [...] Im 1. Teil des kleinen Überblicks zu den Neuerungen auf dem Markt der Literaturverwaltungsprogramme, wurden Stand Alone-Software sowie um lizenzpflichtige Webapplikationen beleuchtet. Der  2. Teil richtete das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung offener, webbasierter sowie kombinierter Systeme. Dass neue Features mitunter in kurzen zeitlichen Abständen realisiert werden, zeigt das Beispiel Mendeley… [...]

  6. Thomas Just sagt:

    Mac für Citavi ist ja nun leider tot. Seufz. Bin ein wenig ratlos, was ist nun wirklich empfehlenswert für Mac wenn man als Historiker/Archivar arbeitet?

  7. Matti Stöhr sagt:

    Lieber Herr Just,

    Ihre Frage ist ohne weiteres Wissen über Ihre persönlichen Anforderungen bzw. Wünsche an ein Literaturverwaltungsprogramm nicht ganz einfach zu beantworten. Ich versuche es jedoch trotzdem. Wenn Sie von der Wissensorganisation in Citavi besonders angetan waren bzw. sind, so sind sie im Moment ohne wirkliche Alternative. Behelfen können Sie sich durch aber unter Verwendung des Programms Parallels und einer Installation von Windows als zweites Betriebssystem auf dem Mac. Im Citavi-Forum wird dies mehrfach als Möglichkeit Citavi auch auf dem Mac zu nutzen thematisiert. In der Tat ist das jedoch nicht für jeden die ideale Lösung. Für die “reine” Literaturverwaltung mit Unterstützung für Textverarbeitungsprogramme sind Zotero und Mendeley im Moment die attraktivsten Optionen. Beide sind de facto plattformunabhängig und grundsätzlich kostenlos nutzbar, wobei letzteres ein abgestuftes Geschäftsmodell u.a. in Abhängigkeit vom benötigten Web-Speicherplatz für Volltexte hat. Ferner: Quasi von Historikern für Historiker wurde Lit-Link entwickelt, für Sie sicher lohnenswert ein Blick drauf zu werfen.Mehr Informationen und Vergleichsmöglichkeiten bietet Ihnen unsere Seite “Softwarevergleiche”. Gerne versuche ich Ihnen aber auch individueller zu helfen, wenn Sie wie eingangs angesprochen verraten, was Sie von “Ihrer” Literaturverwaltungssoftware erwarten. Grüße

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