Literaturverwaltung

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Aktuelles – Analysen – Austausch zu Software und Services für die persönliche Literatur- und Wissensorganisation

Literaturverwaltung kompakt 7/2012

1. Softwarenachrichten

Nun auch französisch sprechend – Citavi 3.3 released

Im neuesten Citavi-Newsletter 3/2012 wird die frische Version 3.3 vorgestellt. Die wohl auffälligste Neuerung ist die Einführung einer französischen Benutzeroberfläche. Zudem gibt es viele kleine, nützliche Verbesserungen und Fehlerkorrekturen  – sowohl bei der Dateneingabe, -bearbeitung und -ausgabe.  Citavi kann beispielsweise nun direkt mit LyX kommunizieren.

Zur detaillierten Übersicht der Verbesserungen in Citavi 3.3

Fresher – colwiz rundumerneuert

Im Rahmen der traditionellen Oxforder Fresher’s Fair, den Erstsemesterveranstaltungen der renommierten Universität, wurde  am 3. Oktober die neue Version von colwiz veröffentlicht. Im colwiz-Blog sind daher die wichtigsten funktionalen Anpassungen beschrieben:

  • An all new interface where you can see research activity from your colleagues, groups, projects, calendar, tasks and publications in one place;
  • A unified search box to search across publications, groups, projects and colleagues;
  • The ability to attach files in discussions with colleagues, and with project and group members;
  • A completely revamped Tasks application to keep track of your own to-do list, as well as to manage collaborative tasks across groups and projects. You can now also create subtasks and attach files;
  • A more intuitive and versatile publication library with improved citation manager integration for MS Word (Windows, Mac), Open Office and Libre Office;
  • Various improvements to the PDF Reader, Calendar and online Research Profile.

„Organize your facts“ – Citelighter

Eine relativ neue, bisher an dieser Stelle noch unerwähnte Literatur- und Zitatverwaltungwebsapplikation ist Citelighter. Im Herbst 2011 an den Start gegangen, reiht sich die Startup-Plattform mit Freemium-Geschäftsmodell in die Tradition von Mendeley ein. Es gibt sogar ein ähnliche Konzeptmetapher analog zu Mendeleys „Last.fm for scientists. Citelighter –  „Evernote for Education“ ist bei TechCrunch in einem ausführlichen Softwareporträt anlässlich der Zusammenarbeit mit Cengage Learning zur Realisierung der neuen  Pro Version (ab zehn Dollar im Monat) zu lesen.

„Your research simplified“ – ReadCube

In etwa zur gleichen Zeit wie Cightlighter wurde im vergangenen Jahr  ReadCube aus der Taufe gehoben. Laut eigenen Angaben wollen die Hersteller die “premier online resource for finding and working with academic information” werden und stehen damit in direkter Konkurrenz zu Plattformen wie Mendeley – und eben Citelighter. Ein sehr reflektierter Beitrag mit vielen Hintergrundifos  zu ReadCube, das uns jetzt erst richtig auffiel, ist im Juli 2012 im BMJ Development Blog erschienen. Darin findet sich u.a. auch der Hinweis auf zwei frühe Produkt-Reviewperspektiven im „Goobbledygook“-Weblog von Martin Fenner.

Bei der Vielzahl der  jüngst  neu auf den Markt kommenden Literaturverwaltungsangeboten scheint es wohl an der Zeit zu sein, die neuen „Player“ Cightlighter, colwiz, Docear,  Qiqqa und Readcube in einem speziellen  Softwarevergleich gegenüberzustellen – mit Mendeley, dem Pionier der kombinierten Systeme (Desktop- plus Webvariante) als Bezugsreferenz…  Wer macht’s? 😉

Paper Machines – eine neue  Visualisierungsextension für Zotero

Mit Paper Machines wurde eine Zotero-Erweiterung geschaffen, welche es ermöglicht die in dem Programm verwalteten bibliographischen Daten, auf verschiedene Art und Weise zu analysieren und graphisch aufzubereiten.  Bei Schmalentstroer.net gibt es bereits eine kleine Vorstellung und auch im Weblog der Robert W. Woodruff Library wird in einem (Teil-)Beitrag gezeigt, was man alles mit dem AddOn anstellen kann.

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Mendeley/PLoS API Binary Battle

Beim Mendeley/PLoS API Binary Battle wurden im Lauf der letzten Woche die knapp 40 teilnehmenden Projekte bekanntgegeben. Bei diesem Wettbewerb werden die besten Anwendungen prämiert, die auf der API von Mendeley und/oder PLoS basieren. Die Gewinnerprojekte werden erst am 30. November gekürt, aber aus meiner persönlichen Sicht sind die folgenden Anwendungen (zumindest vom ersten Eindruck her) die interessantesten:

  • Vyzkumap von Mispy visualisiert das Netzwerk zwischen Artikeln, die laut Mendeley eine gewisse inhaltliche Ähnlichkeit aufweisen. Solange man nicht Mendeleys „related articles“-Algorithmus grundsätzlich anzweifelt, kann man viel Spaß beim Durchklicken durch den Beziehungsgraphen haben.
  • Ebenfalls von Mispy stammt Map My Field, das auf einer Google-Maps-Karte die Standorte der Mendeley-User (sofern in deren Profil angegeben) anzeigt, geordnet nach den (von Mendeley definierten) wissenschaftlichen Disziplinen, die sie als ihr Fachgebiet angegeben haben.
  • Eine ganz andere Art der Netzwerkvisualisierung hat eine Informatikgruppeder Indiana University Bloomington produziert: Mendeley’s Evolving Network of Expertise and Knowledge ist eine PDF-Datei, die zwar statisch, aber sehr groß bzw. detailreich und zoombar das disziplinäre Netzwerk von Mendeley-Gruppeneigentümern darstellt. Sehr speziell, aber hübsch gemacht.
  • Das lustig betitelte TiNYARM („This is Not Yet Another Reference Manager“, K. U. Leuven) lenkt auf spielerische Weise die Aufmerksamkeit von den Metadaten hin zu dem, was man mit den ganzen Texten macht (oder machen sollte): Lesen. In TiNYARM kann man Leselisten anlegen und seinen persönlichen Fortschritt beim Abarbeiten derselben durch Lektüre („read“) oder zumindest Überfliegen („skim“) dokumentieren (ähnlich wie bei ididwork) und mit anderen Nutzerinnen und Nutzern vergleichen.
  • Auch zur artikel- und/oder personenbezogenen Impactmessung auf Grundlage von Mendeley-Daten (was ja auch total-Impact außerhalb des Wettbewerbs macht – wir berichteten) wurden mehrere Ansätze eingereicht. ScienceCard von Martin Fenner aggregiert Zitations- und Bookmarking-Zahlen aus mehreren verschiedenen Quellen, während ReaderMeter von Dario Taraborelli nur Mendeley-Readership-Daten verwendet, dafür aber auch für Autorinnen und Autoren ohne Mendeley-Account funktioniert. So hat beispielsweise Albert Einstein laut ReaderMeter einen H-Index von 18. Wie immer muß man hier natürlich die Unzulänglichkeiten in Abdeckung und Qualität der zugrundeliegenden Datenbasis berücksichtigen.

Soweit ich das sehen konnte, sind übrigens zahlreiche Wettbewerbsbeiträge einem universitären Informatik- (oder Bioinformatik-) Umfeld entsprungen, jedoch keiner aus dem Bibliotheksbereich – allerhöchstens Digital Notes & Queries, das anscheinend vom Centre for e-Research am King’s College London betrieben wird.

Martin de la Iglesia

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