Literaturverwaltung

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Aktuelles – Analysen – Austausch zu Software und Services für die persönliche Literatur- und Wissensorganisation

Softwarevergleichsartikel in ISTL

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Issues in Science and Technology Librarianship enthält einen kurzen Artikel mit dem Titel „Reference Management Software: a Comparative Analysis of Four Products“ (via @thapke). Ron Gilmour und Laura Cobus-Kuo von der Ithaca College Library beginnen den Text mit den gewagten Aussagen: „Reference management is one of the most complicated aspects of being a researcher. The tedium of formatting references based on a variety of citation styles has made the reference manager (RM) an essential tool for scholars at all levels.“ Nun gut, das sei mal dahingestellt, denn im Grunde handelt es sich bei dem Artikel einfach nur um einen Vergleich der (anscheinend recht willkürlich ausgewählten) Systeme CiteULike, RefWorks, Zotero und Mendeley.

Genauer gesagt haben Gilmour und Cobus-Kuo den Import von bibliographischen Daten aus verschiedenen Retrievalsystemen und deren Ausgabe in verschiedenen Zitierstilen getestet. Enttäuschend ist dabei der geringe Umfang der Stichprobe (jeweils 2 Datensätze aus 7 Datenbanken, also gerade einmal 14 Datensätze) sowie die Tatsache, daß die Daten nach der Übernahme aus den Datenbanken nicht bereinigt worden sind (d.h. Zitierfehler können bereits auf fehlerhaftem Import beruhen).

Interessant hingegen ist der Versuch, die Zitierqualität zu quantifizieren: Der Autor und die Autorin schlagen die Kennzahlen „total errors (E)“, „errors per citation (E/N)“ und „number of error-free citations (P)“ vor (wobei für die abschließende Bewertung der Systeme doch wieder „an admittedly subjective rating“ in einer 5-Punkte-Skala verwendet wird – Sieger ist hier übrigens Mendeley). Und es ist natürlich allgemein immer begrüßenswert, wenn über Literaturverwaltungssysteme in einer bibliothekarischen Fachzeitschrift geschrieben wird.

Martin de la Iglesia

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Kurz und knackig: Sechs „unglaubliche“ Tipps zur Auswahl der richtigen Literaturverwaltungssoftware…

… hat der Autor namens James vom – nicht mit Werbung sparenden – Weblog „PCPerformanceTips.com“ parat:

1. Ask people in your Institute for what they use. If everyone in your department use one reference Manager, you need a very good reason to choose another so if you want to act quickly, is likely to flow, simply go better.

2. look at the screen shots on the website of the individual reference Manager. Don’t like what you see? Bin it and use something else. If there are no screen shots or video tour, this is also a bad sign and can show things are getting dated!

3. Enter the name of the reference Manager in You Tube. If there are pages of how-to videos, this is a good sign, if not, bin it.

4. use of the Google-enter the name of your software for reference, followed by review or Forum and check out the results.

5. This is compatible with your operating system? This can be a huge help, as not all managers of the reference are compatible with all operating systems, so that this can reduce the field pretty quickly.

6. Twitter-site has a Twitter page? If you try and start a conversation. Active on twitter is often a sign that they are open and responsive to users.

Insgesamt eine kleine nützliche Aufstellung, die ganz gute Anküpfungspunkte bietet. Je nach Gusto sind weitere Tipps natürlich hinzufügbar (her damit in den Kommentaren!). Einer der – in meinen Augen – wichtigsten Auswahlkriterien fehlt hier doch und sollte unbedingt berücksichtigt werden: Der eigene funktionale Anspruch an das potentiell zu benutzende Programm…

Matti Stöhr

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Nachlese zum Bibliothekartag 2011 und zum frei-tag- – Prolog (mit Präsentationsfolien)

Eine besondere, so vielseitige wie anregende Konferenzwoche ist nun zu Ende. Es gibt viel zu reflektieren – Vorträge, Diskussionen, Eröffnung neuer Perspektiven  und vieles mehr. In diesem Sinne sei schonmal ein großes Lob und Dankeschön an alle Aktiven und Interesierten  im Bereich der Literaturverwaltung ausgesprochen. Eine entsprechende Veranstaltungsnachlese wird an dieser Stelle nicht in einem einzigen Blogbeitrag, sondern nach und nach, fokussiert auf einzelne Aspekte, erfolgen. Ehe dies geschieht, veröffentlichen wir – Dörte Böhner, Martin de la Iglesia und ich Matti Stöhr, als eine Art Appetizer die Präsentationsfolien unseres Beitrags bei der Vortragsreihe der Zukunftswerkstatt, dessen Quintessenz wir auch im Rahmen der „Late Breaker“-Session zum Besten geben durften.  Aber erstmal: Ein schönes, erholsames Pfingstwochenende!

Matti Stöhr

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Hochschulbibliographie interoperabel

Bereits letzte Woche erschien das 293. Heft der „Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft“. Unter dem Titel „Hochschulbibliographie interoperabel – Konzeption und Entwicklung eines Dienstes für Wissenschaft, Forschung und Hochschulverwaltung am Beispiel der Ruhr-Universität Bochum“ geht Veronika Josenhans darin u.a. den Fragen nach, ob ein Literaturverwaltungssystem für die Eingabe von Publikationsdaten in eine Hochschulbibliographie geeignet ist, warum sich die RUB für Citavi entschieden hat, und wie sich die Metadaten aus der Bochumer Hochschulbibliographie wieder in Literaturverwaltungssysteme exportieren lassen – für Literaturverwaltungsinteressierte also eine durchaus spannende Lektüre.

Martin de la Iglesia

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Im Erscheinen – Studie zu Services für Literaturverwaltung in US-amerikanischen Bibliotheken

In der kommenden Ausgabe 2/2011 des Emerald-Fachblattes Reference Services Review erscheint von Howard Stephen McMinn (Science and Technology Librarian an der Iowa State University) der Artikel „Library Support of Bibliographic Management Tools: A Review“.  Aus dem bereits zur Verfügung stehenden (EarlyCite-)Abstract sind bereits einige Dinge abzulesen, aus meiner Sicht nicht nur positive sondern auch gleichwohl bedenkliche.

Es ist zunächst einmal sehr erfreulich, dass es nun eine weitere systematische Studie zu den Aktivitäten von Bibliotheken im Bereich Literaturverwaltung gibt bzw. geben wird. So informiert der Beitrag über die Situation an einer großen Anzahl von ARL-Bibliotheken, insgesamt 111. Dazu führte McMinn eine systematische Analyse von deren Websites  und der dort aufzufindenden Informationen zur Unterstützung der Nutzung von Literaturverwaltungssoftware – insbes. EndNote und RefWorks – durch. Vom  methodologischen Ansatz ähnelt die Studie dabei offensichtlich derer in meiner Magisterarbeit mit der Untersuchung von 109 deutschen Bibliothekshomepages. So könnte der Artikel eine wahre Bereicherung für die weitere theoretische Durchdringung des Themas darstellen. Jedoch – ohne den Artikel gelesen zu haben, noch ist es ja nicht möglich – verringert sich der Mehrwert der Studie drastisch durch den Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung. Sie wurde bereits 2009 durchgeführt, erscheint aber erst jetzt – im Frühjahr 2011. Die gewählte, exklusive Publikations bzw. Distributionsform –  Beitrag in einem kommerziellen Verlagsjournal mit langem (?) Review-Prozess – wirkt sich hier objektiv negativ aus. Websites, nat. auch bibliothekarische, verändern sich schnell. Die Dynamik wächst nicht zuletzt angesichts der zunehmenden Integration von Web 2.0-Funktionen. Die Gefahr ist groß bzw. man kann mit großer Sicherheit vorhersagen, dass die Studienergebnisse veraltet und damit kaum mehr nachvollziehbar sind. Schade, der Autor hat die Chance auf (größtmögliche) Aktualität vertan, die durch Open Access bzw. einem Preprint möglich gewesen wäre. Selbst auf seinen Weblogs (Scholarly Communication News, Re-Engineering Libraries sowie HSM Reflections on LIS/LIfe) ist kein, geschweige denn ein zeitnaher Hinweis auf die Durchführung der Studie, oder von ersten Ergebnisse zu lesen.  Ob der „Volltext“ diesen ersten eher ernüchternden Eindruck wettmacht, bleibt abzuwarten…

Matti Stöhr

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Zitierstile – ein Thema für Bibliotheken?

Letzte Woche habe ich mein Exemplar des 2010 erschienenen Chicago Manual of Style, 16th ed. erhalten. Erst wenn der über 1000 Seiten (davon über 150 zum Thema „Documentation“) umfassende Wälzer vor einem liegt, wird einem so richtig deutlich, dass der kostenlos zugängliche Chicago-Style Citation Quick Guide völlig unzureichend ist, um den Chicago-Zitierstil korrekt anzuwenden. Das Erstaunliche ist nun, dass es hier in der ZBW zuvor überhaupt kein Chicago Manual gab – weder die 16. noch eine ältere Ausgabe, weder gedruckt noch online, weder in den Lesesälen noch als Dienstexemplar. Dabei ist der Chicago Style in den Wirtschaftswissenschaften relativ weit verbreitet (wobei die allermeisten wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften zugegebenermaßen auf selbstgestrickte, meist kaum spezifizierte Zitierregeln setzen).

Dadurch bestätigt sich mal wieder mein Eindruck, dass Zitierstile von Bibliotheken nicht als Thema angesehen werden. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Produzieren von Literatur liegt traditionell im Hoheitsbereich der Wissenschaftler/-innen selbst, während Bibliotheken ihnen lediglich beim Rezipieren von Literatur behilflich sind. Außerdem haben Bibliotheken mit RAK & Co. ihre ganz eigenen Regeln, um bibliographische Daten zu formatieren.

Diese Einstellung ist gerade im Zusammenhang mit Literaturverwaltung bedauernswert, da das automatische Formatieren von Metadaten ein wichtiger Bestandteil der meisten Softwareprodukte aus diesem Bereich ist.  Viele Literaturverwaltungssysteme brüsten sich mit ihren Hunderten oder gar Tausenden von Output Styles, die angeblich mühelos korrekt formatierte Literaturangaben erzeugen. In den seltensten Fällen trifft das tatsächlich zu, denn die resultierenden Literaturverzeichnisse sind so gut wie nie fehlerfrei. Aber wie sollte man das überprüfen, bewerten und darauf hinweisen können, wenn man nicht mit dem entsprechenden Zitierstil vertraut ist?

Martin de la Iglesia

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„Werkzeuge zum Speichern und Wiederfinden gefundener Informationen“ – OA-Lehrbuchkapitel thematisiert u.a. das gegenwärtige Angebot von Literaturverwaltungssystemen

Redaktionskollege Lambert Heller hat unlängst in seinem Blog Biblionik auf seine (Co-)Autorenschaft beim Kapitel „Literatur und Information : Datenbanken, Fachliteratur, Literaturrecherche und -verwaltung“ aufmerksam gemacht, ausdrücklich betonend, dass es sich um eine Einführung für „Endnutzer“ handelt. Es gehört zum Werk „L3T : Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien“. Sowohl die Rezeption bzw. Lektüre des Kapitels als auch des gesamten Lehrbuches, ist aufgrund des Erscheinens als hybride Open Access Publikation  (das gedruckte Buch kommt im Mai heraus)  kostenfrei. Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang das  Finanzierungsmodell mit dem Angebot von Kapitelpatenschaften. Wird dies Erfolg haben? Zu wünschen ist es!

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Social Media: A guide for researchers

Wie wisspub.net gestern berichtete, hat das britische Research Information Network jüngst eine Broschüre namens „Social Media: A guide for researchers“ veröffentlicht. Spannend bei derartigen Überblickstexten ist in unserem Zusammenhang natürlich immer, welche Rolle die Literaturverwaltung darin spielt. So wird BibSonomy im Abschnitt „Social bookmarking“ erwähnt (zusammen mit delicious und diigo, S. 25), während die Auswahl zum Thema „Social citation-sharing“ (S. 26) die Systeme CiteULike, Mendeley und Zotero umfasst (nicht jedoch z. B. Connotea).

Martin de la Iglesia

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„Literaturverwaltung statt Zettelwirtschaft“ auf wissen.de

Soeben ist der vierte Teil der wissen.de-Reihe „Recherchieren wie die Profis“ meiner ZBW-Kollegin Nicole Krüger erschienen, der den schönen Titel „Literaturverwaltung statt Zettelwirtschaft – Ich hatte da doch mal einen Aufsatz!“ trägt. Ich finde die Idee ganz pfiffig, ein allgemeines Portal wie wissen.de zu nutzen, um über dieses Thema zu informieren. Allzu oft sind Informationen über Literaturverwaltung gut versteckt auf Bibliothekswebseiten untergebracht, wo man sie kaum findet. Die Kehrseite vom wissen.de-Ansatz ist natürlich, dass man sich auf diese Weise an ein allgemeines Publikum richtet. Folglich müssen solche Texte möglichst allgemein gehalten sein und dürfen keine vertiefte Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten voraussetzen. Zur Einführung in die Welt der Literaturverwaltung taugen derartige Vorstöße jedoch allemal, so dass weitere bibliothekarische Aktivitäten in dieser Richtung begrüßenswert wären.

Martin de la Iglesia

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“Principles on Open Bibliographic Data” veröffentlicht

Für die persönliche Literaturverwaltung ist der Zugang zu sowie die möglichst einfache Übernahme von biblibliographen Daten essentiell. Eine kleine, internationale Gruppe von Leuten – die Working Group on Open Bibliogaphic Data der Open Knowledge Foundation, dieser gehört auch Adrian Pohl vom Hochschulbibliothekzzentrum Nordrhein-Westfalen (hbz) an, hat nun zentrale Prinzipien offener bibliographischer Daten formuliert und wird diese am 17. Januar offizial im Rahmen des PMR-Symposiums in Cambridge vorstellen: Den Rest des Beitrags lesen »

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