Literaturverwaltung

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„Literaturverwaltung? Zotero!“ – Vorstellung eines studentischen Serviceprojekts zum softwaregestützten Medienmanagement

Im kürzlich veröffentlichten Post „Literaturverwaltung kompakt 3/2013“ war in der Rubrik Communitynachrichten folgender Eintrag zu lesen:

Medien managen mit Zotero

Im Rahmen eines Projekts an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim haben Studierende des Studiengangs Digitale Medien “Medienmanagement und Kommunikation” bereits vor Monaten ein interessantes Webangebot unter dem Titel “medien managen” geschaffen, welches eine ganze Reihe von einführenden Videotutorials zum Umgang mit Zotero bereithält.

Zum Projekt ist ferner ein zusammenfassender Bericht entstanden, originär bereits am 12. April 2013 auf der Newsroom-Seite des Studiengangs unter dem Titel „Literaturverwaltung? Zotero!“ veröffentlicht. In Absprache mit dem Projektteam sei der Bericht auch an dieser Stelle publiziert, verbunden mit der Möglichkeit bzw. der herzlichen Einladung zum Konzept und zu den Ergebnissen – vor allem zu den Details der Produktevaluation – direkt ins (Kommentar-)Gespräch zu kommen.

Literaturverwaltung? Zotero!

von Clarissa Fahrbach und dem Projektteam

Projektarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit, Doktorarbeit, Techniker- und Meisterarbeit. Eines haben diese schriftlichen Ausarbeitungen alle gemeinsam und dabei reden wir nicht von Schweiß, Anstrengungen und Gehirnschmalz, die man während der Anfertigung in sie investiert. Nein, sondern vielmehr eine mehr oder minder lange Liste mit Quellenangaben und Verweisen. Damit sich diese schnell, einfach und übersichtlich organisieren lassen, nutzt man am besten eine spezielle Software zur Literaturverwaltung. Um herauszufinden, welche Produkte sich derzeit am Markt befinden, wurde das Projektteam bestehend aus Sabrina Catalfamo, Stefanie Eidel, Christina Hermann, Svenja Booß, Rilana Held, Tobias Bernard und Teamleiterin Clarissa Fahrbach damit beauftragt einen Research durchzuführen.

Entstanden ist während der dreimonatigen Bearbeitungszeit des Projektes ein Verfahren, mit dessen Hilfe es dem Team möglich war, nicht nur alle Produkte zusammen zu tragen, sondern sie auch in einem Bewertungsverfahren mit bestimmten Kriterien zu filtern und am Ende einen „Sieger“ küren zu können. Dieser wurde dem gesamten Kurs in einer Präsentation und allen (DigiMed-)Studenten mithilfe von nachhaltigen Maßnahmen zur Bekanntheitssteigerung vorgestellt.

Im ersten Schritt der Nachforschungen wurde von den Gruppenteilnehmern eine Liste mit 22 verschiedenen Programmen erschlossen und Softwarekriterien für die Testphase herausgearbeitet. Die Kriterienliste ergab sich dabei aus den Interessen der Zielgruppe, welche zuvor auf den Studenten der Digitalen Medien festgelegt wurde, und basiert auf einer bereits existierenden Vergleichstabelle zu diesem Thema. Trotz dieser grundsätzlich sehr ausführlichen Kriterienliste war es den Projektteilnehmern wichtig, die im Research gefundenen Programme auch noch einmal selbstständig auf alle Kriterien zu testen, um angegebene Daten zu verifizieren und die Nutzerfreundlichkeit zu überprüfen. Folglich wurden alle 22 Programme auf die sieben Projektmitglieder aufgeteilt und in Einzelarbeit über einen Zeitraum von einer Woche getestet. Ziel des ersten Testdurchlaufs waren hauptsächlich die Überprüfung von Usability, Plattformkompatibilität (Windows und Mac), Oberflächennutzung, Import (Dokumententypen und Dateneingabe), Gemeinschaftliche Nutzung, Zitation und Export (Verknüpfung mit Word, Integration in einer Bibliographie) und besondere Features wie Notizen, PDF-Bearbeitung, Zeitmanagement und Wissensorganisation. Nach Durchführung der ersten Testrunde folgte in einem internen Projektmeeting die Präsentation der Ergebnisse und die Vorstellung der verschiedenen Programme einschließlich Vor- und Nachteilen oder Ausschlusskriterien. So wurden 17 Programme direkt ausgeschlossen und fünf konnten in ihrer Usability überzeugen.

In der zweiten Projektphase wurden diese fünf erneut durch jedes Gruppenmitglied getestet. Hier wurden weiterhin die Schwerpunkte der Kriterienliste beachtet, jedoch wurden die Ansprüche weitaus höher angesetzt. Da sich alle fünf Programme größtenteils auf einem Niveau befinden, kam es nun vor allem darauf an, zusätzliche Funktionalitäten herauszuarbeiten. Um die Interessen der Zielgruppe genauer zu definieren, wurde parallel zur zweiten Testphase eine Umfrage unter den DigiMed-Studenten gestaltet. Deren Ergebnis war, dass der Großteil der Teilnehmer (34 von 53, entspricht ca. 64,15%) einen Mac zum wissenschaftlichen Arbeiten an der DHBW nutzt.

Letzten Endes entschied sich die Projektgruppe zwischen Zotero und Citavi®. Da sich aus der Umfrage ergeben hatte, dass Citavi® auch aufgrund der fehlenden Plattformkompatibilität auf Mac OS nicht oder nur selten genutzt wird, fiel die Entscheidung letztlich auf Zotero. Zotero bietet auf beiden hauptsächlich genutzten Plattformen eine solide und umfassende Literaturverwaltungssoftware auf Open-Source-Basis mit angemessenem Funktionsumfang. Im Vergleich dazu hat Citavi hat einen sehr hohen Anschaffungspreis, der zwar von der DHBW Mannheim für die Studenten getragen wird, jedoch für einen Privatanwender von Nachteil wäre. Die Free-Version ist auf 100 Titel beschränkt. Ausschlaggebendes Kriterium im direkten Vergleich mit Zotero war, dass Citavi nicht kompatibel mit Mac OS ist. Da bestehende Anleitungshilfen von Zotero für den Nutzer nur in englischer Sprache zur Verfügung standen, wurden von dem Team eigene Video-Tutorials entwickelt.

Da es sich bei den gewählten Kriterien ausschließlich um „weiche“ Kriterien handelt, welche nur sehr schwer oder nicht mit Zahlen zu ordnen oder zu bewerten sind, wurde zusätzlich eine Nutzwertanalyse durchgeführt. Hierbei können „nicht-monetäre“ Teilziele vergleichbar gemacht werden, was die Entscheidung für Zotero wissenschaftlich fundiert begründet.

Abschließend wurde von dem Projektteam noch ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, welcher der nachhaltigen Bekanntheitssteigerung und Präsenz von Zotero dienen soll. Hier wurden alle Ideen, Umsetzungsvorschläge und Ziele festgehalten und mit einer Zeitangabe versehen. Auf Basis dieser ausgearbeiteten Liste konnten die einzelnen Maßnahmen analysiert und in einem Portfolio zusammengestellt werden. So konnte das Team das Verhältnis von Aufwand, Nachhaltigkeit und Nutzen einer einzelnen Maßnahme anschaulich darstellen. Zur Vorstellung des Programms hat ein kleiner Teil des Teams eine Landingpage im Internet zusammengestellt, die dem Betrachter auf einfache und schnelle Weise alles Wissenswerte auf einen Blick rund um das Thema Zotero vermittelt.

Alle wichtigen und weiterführende Informationen unter:

http://www.medienmanagen.de

http://www.zotero.org

http://www.bib.dhbw-mannheim.de/digitale-bibliothek/zotero/

http://www.youtube.com/user/DHBWLiteratur2012

Einsortiert unter:Publikationen & Präsentationen, Services & Support, , , , , , ,

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