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Mendeley/PLoS API Binary Battle

Beim Mendeley/PLoS API Binary Battle wurden im Lauf der letzten Woche die knapp 40 teilnehmenden Projekte bekanntgegeben. Bei diesem Wettbewerb werden die besten Anwendungen prämiert, die auf der API von Mendeley und/oder PLoS basieren. Die Gewinnerprojekte werden erst am 30. November gekürt, aber aus meiner persönlichen Sicht sind die folgenden Anwendungen (zumindest vom ersten Eindruck her) die interessantesten:

  • Vyzkumap von Mispy visualisiert das Netzwerk zwischen Artikeln, die laut Mendeley eine gewisse inhaltliche Ähnlichkeit aufweisen. Solange man nicht Mendeleys „related articles“-Algorithmus grundsätzlich anzweifelt, kann man viel Spaß beim Durchklicken durch den Beziehungsgraphen haben.
  • Ebenfalls von Mispy stammt Map My Field, das auf einer Google-Maps-Karte die Standorte der Mendeley-User (sofern in deren Profil angegeben) anzeigt, geordnet nach den (von Mendeley definierten) wissenschaftlichen Disziplinen, die sie als ihr Fachgebiet angegeben haben.
  • Eine ganz andere Art der Netzwerkvisualisierung hat eine Informatikgruppeder Indiana University Bloomington produziert: Mendeley’s Evolving Network of Expertise and Knowledge ist eine PDF-Datei, die zwar statisch, aber sehr groß bzw. detailreich und zoombar das disziplinäre Netzwerk von Mendeley-Gruppeneigentümern darstellt. Sehr speziell, aber hübsch gemacht.
  • Das lustig betitelte TiNYARM („This is Not Yet Another Reference Manager“, K. U. Leuven) lenkt auf spielerische Weise die Aufmerksamkeit von den Metadaten hin zu dem, was man mit den ganzen Texten macht (oder machen sollte): Lesen. In TiNYARM kann man Leselisten anlegen und seinen persönlichen Fortschritt beim Abarbeiten derselben durch Lektüre („read“) oder zumindest Überfliegen („skim“) dokumentieren (ähnlich wie bei ididwork) und mit anderen Nutzerinnen und Nutzern vergleichen.
  • Auch zur artikel- und/oder personenbezogenen Impactmessung auf Grundlage von Mendeley-Daten (was ja auch total-Impact außerhalb des Wettbewerbs macht – wir berichteten) wurden mehrere Ansätze eingereicht. ScienceCard von Martin Fenner aggregiert Zitations- und Bookmarking-Zahlen aus mehreren verschiedenen Quellen, während ReaderMeter von Dario Taraborelli nur Mendeley-Readership-Daten verwendet, dafür aber auch für Autorinnen und Autoren ohne Mendeley-Account funktioniert. So hat beispielsweise Albert Einstein laut ReaderMeter einen H-Index von 18. Wie immer muß man hier natürlich die Unzulänglichkeiten in Abdeckung und Qualität der zugrundeliegenden Datenbasis berücksichtigen.

Soweit ich das sehen konnte, sind übrigens zahlreiche Wettbewerbsbeiträge einem universitären Informatik- (oder Bioinformatik-) Umfeld entsprungen, jedoch keiner aus dem Bibliotheksbereich – allerhöchstens Digital Notes & Queries, das anscheinend vom Centre for e-Research am King’s College London betrieben wird.

Martin de la Iglesia

Einsortiert unter:Software & Tools, , , , , , , , , , , , ,

3 Responses

  1. Martin de la Iglesia sagt:

    Inzwischen stehen die Gewinner fest: http://www.mendeley.com/blog/design-research-tools/winners-of-the-first-binary-battle-apps-for-science-contest/

    ScienceCard gehört nicht dazu, aber Beatrice Lugger hat mit Martin Fenner ein Interview darüber geführt: http://www.scilogs.de/blogs/blog/quantensprung/2011-09-29/sciencecard-der-blick-auf-einzelne-forscher

  2. Jochen Bihn sagt:

    Albert Einstein, dessen Publikationen weit vor dem „digitalen Zeitalter“ veröffentlicht wurden, als Test für die Qualität und Abdeckung der Datenbasis zu nutzen (hinter ReaderMeter), ist wohl zumindest fragwürdig.

    • Martin de la Iglesia sagt:

      Ich wollte ja gerade ein Beispiel dafür geben, dass bei ReaderMeter auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berücksichtigt werden, die ihre Publikationen nicht selbst in Mendeley eingegeben haben. Gerade bei jemand so bekanntem wie Albert Einstein liefert ReaderMeter halt plausible Ergebnisse. Richtig getestet habe ich die Abdeckung und Qualität von ReaderMeter nicht, sondern nur ein wenig damit herumgespielt und ein paar Namen eingegeben. Meine Vorbehalte gegenüber der Datenbasis bezogen sich auch nicht speziell auf ReaderMeter, sondern auf sämtliche bibliometrischen Systeme.

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