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Mendeley: Wiki-Definitionen und automatisch ermittelte Tag-Relationen

Mendeley hat heute ein interessantes Feature eingeführt. Das Taggen von Artikeln wird dort nun besser unterstützt. Zu jedem benutzten Tag kann von jedermann eine gemeinschaftliche Begriffsdefinition für diesen Tag erstellt, oder eine vorhandene Definition bearbeitet werden. Von jedermann erstellen, durch jedermann bearbeiten? — Richtig, es funktioniert wie eine Wiki-Seite. Neu ist dieses Konzept jedoch nicht.

Ein „Social Reference Management“-System mit diesem Feature gab es vor ziemlich genau fünf Jahren schon mal, Connotea. (Connotea News, mein Kommentar damals bei Netbib). Connoteas Wiki-Seiten sind nun anscheinend weitgehend eingeschlafen, nur noch der Spam wuchert ungestört vor sich hin…

Exkurs: Was ist eigentlich aus Connotea und den anderen Diensten dieser Art geworden?
Von den Social Reference Managern der ersten Generation, die sich explizit am populären Social Bookmarking im Stil von delicious orientierten, ist m.E. nur noch der Pionier CiteULike mit Leben gefüllt. Anzeichen dafür sind das Sponsoring von Springer, die Partnerschaft mit DeepDyve und nicht zuletzt die langsame, aber fortlaufende Vermarktung und Weiterentwicklung dieses Dienstes. Erwähnenswert ist natürlich auch noch BibSonomy, das sich durch die Kooperation mit der UB Kassel im Bereich der Hochschulbibliographie einen interessanten neuen Anwendungbereich geschaffen hat.

Mendeley verkörpert (neben u.a. ResearchGate und Academia.edu) eine neue Generation dieser Gattung Webdienste. Hier heißt das Vorbild nicht mehr delicious, sondern Facebook. Und Mendeley hat anders als CiteULike keine Sponsoren, sondern Venture Capital im Rücken, was sich in einer ganz anderen Entwicklungsgeschwindigkeit ausdrückt.

Die Masse an bibliographischen Angaben, die Mendeleys Benutzer miteinander teilen ist durchaus beachtlich.

Auf Grundlage dieser aggregierten Angaben ermittelt Mendeley gleichzeitig auch thematische Verwandschaften zwischen den Tags. Hier hört die Analogie zu bekannten Wikis wie der Wikipedia auf. Auch die Wikipedia ist zwar reich an thematischen Verknüpfungen, doch diese werden intellektuell gepflegt. — Wie man die Ansetzungen der Wikipedia zum halbautomatischen Taggen von Bibliotheksbeständen oder Websites benutzen kann, hatte ich zuletzt in meinem eigenen Weblog bzw. in einem Artikel für das Goethe-Institut beschrieben.

Lambert Heller

Einsortiert unter:Software & Tools, , , ,

One Response

  1. Ich bin ja leidenschaftliche Connotea-Verwenderin, aber die ständigen Time-Outs dort machen die Arbeit nicht gerade leicht… in fünfzig Prozent der Fälle kann ich mein Bookmark nicht ablegen, weil der Server down oder „überlastet“ ist. Meine Kommentare bzw. Nachfragen im Connotea-Blog verschwanden immer wieder spurlos, auf meine Mails bekam ich nie eine Antwort, nicht einmal eine automatische. Das find ich wirklich sehr schade.

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