Literaturverwaltung

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Aktuelles – Analysen – Austausch zu Software und Services für die persönliche Literatur- und Wissensorganisation

Neue Bewertungs- und Kommentierfunktion bei BibSonomy

Über das offizielle BibSonomy Blog werden ständig irgendwelche Neuerungen bekanntgegeben, die zwar meist begrüßenswert sind, aber selten spektakulär genug für einen eigenen Literaturverwaltung-&-Bibliotheken-Blogpost. Vor einer Woche allerdings wurde dort ein neues Feature vorgestellt, das ich für erwähnenswert halte: Man kann nun jedes bookmark und jede publication mit bis zu 5 Sternen bewerten und optional zusätzlich kommentieren. (Strenggenommen unterscheidet BibSonomy zwischen reviews, die mit einer Bewertung verbunden sind, und comments ohne Bewertung.) Alle anderen BibSonomy-Nutzerinnen und -Nutzer sehen dann die durchschnittliche Bewertung und können alle Kommentare lesen (sofern man deren Sichtbarkeit nicht eingeschränkt hat).

So richtig viele Bewertungen und  Kommentare scheinen noch nicht abgegeben worden zu sein, und ein paar technische Kinderkrankheiten stören auch noch. Beispielsweise gibt es im Texteingabefeld anscheinend keinen automatischen Zeilenumbruch, und die Sternchenskala wird nicht bei allen Trefferlisten angezeigt. Trotzdem ist diese Bewertungs- und Kommentierfunktion ein Schritt in die richtige Richtung: Kollaboration und Vernetzung sind Kennzeichen und Stärken der offenen, webbasierten Systeme wie BibSonomy, und daher sollten diese Aspekte konsequent ausgebaut werden.

Martin de la Iglesia

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COinS bei ViFaPol

Auch anderswo ist man darum bemüht, die Kommunikation zwischen Literaturverwaltungssystemen und Repositorien zu vereinfachen: Jens Wonke-Stehle schreibt im @kte20.09-Weblog über COinS und deren Implementierung in eDoc.ViFaPol.

Martin de la Iglesia

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BibTeX-Import/-Export bei EconStor

Der wirtschaftswissenschaftliche Dokumentenserver EconStor bietet nun zwei Möglichkeiten, Daten mit Literaturverwaltungssystemen auszutauschen: Zum Einen lässt sich jeder Datensatz ins BibTeX-Format exportieren (auf der jeweiligen Titelanzeige fast ganz unten), und zum Anderen können Autorinnen und Autoren, die ihre Publikationen über EconStor verfügbar machen wollen, deren Metadaten als BibTeX-Datei importieren. Nun sind das zwar keine völlig neuartigen oder einzigartigen Features, die es nicht auch bereits in anderen Repositories gäbe. Zumal es sich bei BibTeX und dem EconStor-Internformat Dublin Core um zwei weit verbreitete und nicht übermäßig komplexe Formate handelt, so dass man meinen sollte, eines liesse sich problemlos in das andere überführen.

Gerade wegen dieser geringen Komplexität tun sich jedoch Interpretationsspielräume auf, die aufgrund der hohen Verbreitung zu einem regelrechten Wildwuchs in der Praxis führen, den es zu berücksichtigen gilt. Ein Beispiel: Die meisten Texte auf EconStor stammen aus Diskussionspapierreihen. Der passendste BibTeX-Publikationstyp für ein solches Working Paper wäre techreport.  Nun möchte man natürlich auch den Serientitel erfassen. Hierfür scheint das BibTeX-Feld series am geeignetsten. Dieses Feld ist jedoch laut der BibTeX-Spezifikation (PDF) nicht für den Dokumenttyp series vorgesehen. Stattdessen hat man sich in den Wirtschaftswissenschaften (z. B. bei den RePEc-Retrievalsystemen IDEAS und EconPapers und beim E-Journal Economics) dafür entschieden, den Titel der Arbeitspapierreihe im BibTeX-Feld type anzugeben. Beim EconStor-BibTeX-Output machen wir das jetzt auch so, aber darauf muss man erstmal kommen. Wegen solcher Detailfragen war die Entwicklung der BibTeX-Import- und -Export-Features doch recht aufwändig, so dass ich hoffe, dass diese jetzt auch rege genutzt werden.

Martin de la Iglesia

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Bessere Publikationslisten mit OpenScholar

Gestern berichtete wisspub.net von OpenScholar, einem relativ neuen Content Management System auf der Basis von Drupal. OpenScholar ist speziell auf das einfache Erstellen persönlicher Homepages von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausgerichtet, und ein typischer Bestandteil derartiger Webseiten ist natürlich eine Publikationsliste. Der (literaturverwaltungstechnische) Clou daran ist, dass OpenScholar die bibliographischen Metadaten aus einer solchen Publikationsliste in den Formaten BibTeX, EndNote und COinS bereithält. Wenn sich also Systeme wie OpenScholar durchsetzen, dürfen sich Nutzerinnen und Nutzer von Literaturverwaltungssystemen künftig über noch mehr interoperable Metadaten freuen. Die Beteiligung von Bibliotheken an derartigen Entwicklungen wäre begrüßenswert, sind doch Publikationslisten deren ureigenster Bereich.

Martin de la Iglesia

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Hochschulbibliographie interoperabel

Bereits letzte Woche erschien das 293. Heft der “Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft”. Unter dem Titel “Hochschulbibliographie interoperabel – Konzeption und Entwicklung eines Dienstes für Wissenschaft, Forschung und Hochschulverwaltung am Beispiel der Ruhr-Universität Bochum” geht Veronika Josenhans darin u.a. den Fragen nach, ob ein Literaturverwaltungssystem für die Eingabe von Publikationsdaten in eine Hochschulbibliographie geeignet ist, warum sich die RUB für Citavi entschieden hat, und wie sich die Metadaten aus der Bochumer Hochschulbibliographie wieder in Literaturverwaltungssysteme exportieren lassen – für Literaturverwaltungsinteressierte also eine durchaus spannende Lektüre.

Martin de la Iglesia

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Research Gone Social: Vorträge online

Wie Heinz Pampel gestern auf wisspub.net berichtete, kann man sich einen Videomitschnitt der Vorträge der Social-Media-Week-Session zum Thema “Research Gone Social”, die letzten Monat in New York stattfand, online anschauen. Besonders relevant für Literaturverwaltungsinteressierte dürfte der Vortrag von Jan Reichelt sein (56:00-1:12:45), der zwar einerseits erstmal sein Produkt Mendeley vorstellt, andererseits aber auch beiläufig neue Entwicklungen anspricht, z.B. im Bereich Zitationsanalyse.

Martin de la Iglesia

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Zitierstile – ein Thema für Bibliotheken?

Letzte Woche habe ich mein Exemplar des 2010 erschienenen Chicago Manual of Style, 16th ed. erhalten. Erst wenn der über 1000 Seiten (davon über 150 zum Thema “Documentation”) umfassende Wälzer vor einem liegt, wird einem so richtig deutlich, dass der kostenlos zugängliche Chicago-Style Citation Quick Guide völlig unzureichend ist, um den Chicago-Zitierstil korrekt anzuwenden. Das Erstaunliche ist nun, dass es hier in der ZBW zuvor überhaupt kein Chicago Manual gab – weder die 16. noch eine ältere Ausgabe, weder gedruckt noch online, weder in den Lesesälen noch als Dienstexemplar. Dabei ist der Chicago Style in den Wirtschaftswissenschaften relativ weit verbreitet (wobei die allermeisten wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften zugegebenermaßen auf selbstgestrickte, meist kaum spezifizierte Zitierregeln setzen).

Dadurch bestätigt sich mal wieder mein Eindruck, dass Zitierstile von Bibliotheken nicht als Thema angesehen werden. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Produzieren von Literatur liegt traditionell im Hoheitsbereich der Wissenschaftler/-innen selbst, während Bibliotheken ihnen lediglich beim Rezipieren von Literatur behilflich sind. Außerdem haben Bibliotheken mit RAK & Co. ihre ganz eigenen Regeln, um bibliographische Daten zu formatieren.

Diese Einstellung ist gerade im Zusammenhang mit Literaturverwaltung bedauernswert, da das automatische Formatieren von Metadaten ein wichtiger Bestandteil der meisten Softwareprodukte aus diesem Bereich ist.  Viele Literaturverwaltungssysteme brüsten sich mit ihren Hunderten oder gar Tausenden von Output Styles, die angeblich mühelos korrekt formatierte Literaturangaben erzeugen. In den seltensten Fällen trifft das tatsächlich zu, denn die resultierenden Literaturverzeichnisse sind so gut wie nie fehlerfrei. Aber wie sollte man das überprüfen, bewerten und darauf hinweisen können, wenn man nicht mit dem entsprechenden Zitierstil vertraut ist?

Martin de la Iglesia

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Social Media: A guide for researchers

Wie wisspub.net gestern berichtete, hat das britische Research Information Network jüngst eine Broschüre namens “Social Media: A guide for researchers” veröffentlicht. Spannend bei derartigen Überblickstexten ist in unserem Zusammenhang natürlich immer, welche Rolle die Literaturverwaltung darin spielt. So wird BibSonomy im Abschnitt “Social bookmarking” erwähnt (zusammen mit delicious und diigo, S. 25), während die Auswahl zum Thema “Social citation-sharing” (S. 26) die Systeme CiteULike, Mendeley und Zotero umfasst (nicht jedoch z. B. Connotea).

Martin de la Iglesia

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“Literaturverwaltung statt Zettelwirtschaft” auf wissen.de

Soeben ist der vierte Teil der wissen.de-Reihe “Recherchieren wie die Profis” meiner ZBW-Kollegin Nicole Krüger erschienen, der den schönen Titel “Literaturverwaltung statt Zettelwirtschaft – Ich hatte da doch mal einen Aufsatz!” trägt. Ich finde die Idee ganz pfiffig, ein allgemeines Portal wie wissen.de zu nutzen, um über dieses Thema zu informieren. Allzu oft sind Informationen über Literaturverwaltung gut versteckt auf Bibliothekswebseiten untergebracht, wo man sie kaum findet. Die Kehrseite vom wissen.de-Ansatz ist natürlich, dass man sich auf diese Weise an ein allgemeines Publikum richtet. Folglich müssen solche Texte möglichst allgemein gehalten sein und dürfen keine vertiefte Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten voraussetzen. Zur Einführung in die Welt der Literaturverwaltung taugen derartige Vorstöße jedoch allemal, so dass weitere bibliothekarische Aktivitäten in dieser Richtung begrüßenswert wären.

Martin de la Iglesia

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LaTeX contra BibTeX?

Die Ankündigung, dass das Rechenzentrum einer Universität eine LaTeX-Dokumentvorlage für Abschlussarbeiten erstellt hat und diese den Studierenden vorstellen möchte, scheint zunächst einmal nichts mit Literaturverwaltung und Bibliotheken zu tun zu haben. Schließlich sind Services rund um Textsatzprogramme nun wirklich nicht Aufgabe der Bibliotheken. Oder etwa doch?

Gerade LaTeX sollte dann zum Thema für Bibliotheken werden, wenn man sich mit bibliothekarischen Dienstleistungen rund um BibTeX-basierte Literaturverwaltung beschäftigt. Zwar lässt sich BibTeX auch ohne LaTeX als Speicherformat für bibliographische Metadaten verwenden, doch wird es oft mit dem Ziel der Einbindung in LaTeX-Dokumente gewählt. Das mindeste, was man als Literaturverwaltungsexperte oder -expertin wissen sollte, ist, wie man aus den verschiedenen Literaturverwaltungssystemen heraus korrekten, für die LaTeX-Verwendung geeigneten BibTeX-Code erzeugen kann. (Was manchmal trickreich sein kann, z.B. wenn in einem gewissen System keine BibTeX-Keys automatisch vergeben werden…)

Darüber hinaus wird es schwierig, den Zuständigkeitsbereich der Bibliotheken abzugrenzen: Sollte man in Schulungen zum Thema Literaturverwaltung (bzw. speziell zu BibTeX) zeigen, wie BibTeX-Daten in LaTeX-Dokumenten eingebettet werden? Wie der \bibliography-Befehl funktioniert? Wie diese Funktionalität in verschiedenen GUI-Anwendungen implementiert ist? Welche Möglichkeiten es gibt, BibTeX-Styles zu bearbeiten und zu erstellen?

In meinen eigenen (wenigen) BibTeX-Schulungen hatte ich den Eindruck, dass es um die LaTeX-Vorkenntnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer höchst unterschiedlich bestellt war, so dass einigen mit einer allgemeinen LaTeX-Einführung vielleicht besser gedient gewesen wäre, während für andere die grundlegenden BibTeX-Funktionalitäten ein alter Hut und nur die konkreten BibTeX-basierten Literaturverwaltungsprogramme interessant waren. Ich selbst habe also keine rechte Lösung für die optimale Vermittlung von BibTeX-Literaturverwaltungskenntnissen gefunden, würde mich aber freuen, in den Kommentaren zu erfahren, wie das anderswo gehandhabt wird.

Martin de la Iglesia

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